Angestautes umgesetzt

UNIHOCKEY ⋅ Herisau kommt im vierten Anlauf zum ersten Sieg in der 1.-Liga-Meisterschaft. Das 6:3 zu Hause gegen Frauenfeld fügt sich ein in die Serie enger Spiele.
03. Oktober 2017, 05:17
Lukas Pfiffner

Lukas Pfiffner

redaktion@appenzellerzeitung.ch

«Müde ist man erst zu Hause auf dem Sofa», meinte Doppeltorschütze Jan Keller am Sonntagabend. Der UHC Herisau war zum ersten Saisonsieg gekommen, er hatte die Partie gegen Frauenfeld wie jene am Tag zuvor bei den Flames weitgehend mit nur zwei Blöcken absolviert. Herisau war auch im vierten Saisonspiel bis in die Schlusssekunden gefordert. Der in die gegnerische Platzhälfte laufende Meier und Schweizer aus der Abwehr trafen aber noch zum 5:3 und 6:3 ins leere Frauenfelder Tor und durften sich stürmisch feiern lassen.

Herisaus dritte Linie erschien vorgestern nach einer Viertelstunde erstmals und in der Folge ganz selten auf dem Feld. «Wir streben natürlich eine grössere Breite an», meinte Trainer Roman Bischof. Aber es fehlten gegen Frauenfeld vier Spieler mit dem Potenzial für viel Einsatzzeit – darunter ferienhalber van Haaften, der am Samstag in Jona zwei Tore und einen Assist verbucht hatte. Das Niveau sei eben in der 1. Liga unterdessen sehr hoch, ergänzte Bischof. Auch Frauenfeld setzte die dritte Linie nur sporadisch ein.

Die Prognose des Trainers

Fast die Hälfte aller Spiele in der Gruppe 2 endete bisher mit einem oder zwei Toren Unterschied. Wobei Herisau der tragische Spezialist für knappe Niederlagen war. Mit einem 7:8 bei den Vipers, einem 4:5 gegen das noch verlustpunktfreie Team von Zürisee, einem 6:7 am Samstag bei den Flames (nachdem die Ausserrhoder einen Dreitorerückstand aufgeholt hatten). Zufall seien diese Resultate nicht, sagte Bischof vor der Sonntagspartie. «Wir haben eine neue Mannschaft und einige junge Spieler. Es ist eine Frage der Zeit, dass wir enge Spiele gewinnen.» Er sollte schon recht behalten, was das Spiel gegen Frauenfeld betraf. Es habe sich einiges aufgestaut, weil man zuvor stets knapp ohne Punkte geblieben sei, meinte Captain Keller. «Aber wir konnten das jetzt mehrheitlich positiv umsetzen.»

«Schon eine gewisse Nervosität»

Herisau trat sehr diszipliniert und solidarisch auf, blockte viele Schüsse. Dass die Gastgeber das frühe 0:1 egalisieren konnten, war verdient. Und ab der 28. Minute lag der UHCH stets in Führung. «Die Chancenauswertung war besser als in den ersten Spielen, und wir standen in der Defensive meist gut», blickte Keller zurück. In der zweiten Spielhälfte konnten die Gäste allerdings mehr Pässe abfangen als zuvor und kontern. Zweimal gelang Frauenfeld der Anschluss, weil ein Stürmer vor dem Tor vergessen gegangen war (45.) respektive ein Weitschuss den Weg am ansonsten sehr aufmerksamen Nüssli vorbei fand (58.). «Ja, da war in unseren Reihen schon eine gewisse Nervosität zu spüren», sagte Keller. Die Ordnung ging aber diesmal in der finalen Phase nicht verloren.

Herisau – Red Lions Frauenfeld 6:3 (1:1, 2:0, 3:2)

Sportzentrum. – 123 Zuschauer.

Tore: 5. Wenk (Widmer) 0:1. 17. Brunner (Stern) 1:1. 28. Wetter (Keller) 2:1. 30. Keller (Meier) 3:1. 45. Stampfli (Mahler) 3:2. 48. Keller (Meier) 4:2. 58. Stäheli (Ullmann) 4:3. 59. Meier (ins leere Tor) 5:3. 60. (59:15) Schweizer (ins leere Tor) 6:3.

Herisau: Nüssli; Schmied, Brunner; Schweizer, Schwarz; Wolf, Stucki; Schilling, Stern, M. Hess; Meier, Keller, Wetter; Germann, Stieger, N. Hess.

Strafen: Herisau 1-mal 2 Minuten plus 10 Minuten Disziplinarstrafe Meier, Frauenfeld 3-mal 2 Minuten.

Flames – Herisau 7:6 (3:2, 1:1, 3:3)

Rain Jona. – 102 Zuschauer. – Sr. Meyer/Küenzi.

Tore: 5. Jenny (Muggli) 1:0. 8. Aavaharju (Wellauer) 2:0. 11. Bernet (Wellauer) 3:0. 17. Keller (Meier) 3:1. 20. Van Haaften (Zwissler) 3:2. 34. Jalovy (Aavaharju) 4:2. 36. Meier (Wetter) 4:3. 45. Van Haaften (Meier) 4:4. 48. Schläppi (Ylikarjula) 5:4. 50. Aavaharju (Schläppi) 6:4. 53. (52:07) Stern (van Haaften) 6:5. 53. (52:28) Meier (Wetter) 6:6. 59. Jalovy (Penalty) 7:6.


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