Naturheilkunde im Appenzellerland

Zucker – süss – gesund oder ungesund?

07. September 2011, 01:07

Jahrtausendelang lebten Menschen ohne Zucker. Heute glaubt man, er sei unentbehrlich. Werbung und Wissenschafter behaupten oft, Lust auf Süsses sei angeboren und vorprogrammiert. Neugeborene lächeln, wenn man ihnen Süsses gibt, und verziehen bei bitteren Tropfen das Gesicht. Tatsache ist, dass Kinder, die gezuckerte Speisen gekostet haben, ungesüsste Gerichte ablehnen. Das fängt mit süssem Tee im Fläschchen an, bis zur gezuckerten Zwischenmahlzeit. Oft sind Kindertees als «zuckerfrei» angeschrieben. Nur, zuckerfrei heisst nicht, dass im Tee kein Zucker ist. Gemäss Lebensmittelgesetz darf ein Produkt, als «ohne Zucker» deklariert werden, wenn es keinen weissen Zucker enthält. Auf der Verpackung steht dann: Glucose, Fructose, Saccharose, Maltose. Diese Zuckerarten jedoch werden den Nahrungsmitteln oft in rauhen Mengen beigegeben, und der Konsument ahnt nicht, wie viel Zucker er konsumiert.

Versteckte Zucker in: Wurstwaren, Fertigsaucen, -suppen, -salatsaucen, Marinaden, Gewürzmischungen, Ketchup, Süssgetränken, Frucht- und Gemüsesäften und vielem mehr. Die Schweiz steht an erster Stelle mit 50 kg Zucker pro Kopf und Jahr. Den grössten Teil macht versteckter Zucker aus.

1 l Energy-Milch enthält 120 g Zucker; 1 l Cola 35 Stück Würfelzucker, 100 g Gummibärchen 17 Stück, 180 g Fruchtjoghurt 7 bis 8 Stück. Ein Stück Würfelzucker wiegt 3 g. Braucht der Körper Zucker? Oft hört man, Zucker sei Hirn- und Nervennahrung. Tatsächlich benötigen Muskel- und Hirnzellen den Einfachzucker Glukose als Energiequelle – «doch die Menge macht's», sagte bereits Paracelsus. Energie wird aus zuckerhaltigen Lebensmitteln gewonnen. Zuckerarten müssen solange im Körper zerlegt werden, bis Glukose zur Verfügung steht. Dieser Prozess braucht im Organismus unter anderem das Vitamin B1. Dieses Vitamin wird nicht in Mengen gespeichert und muss kontinuierlich zugeführt werden. Die meisten stärkehaltigen Nahrungsmittel enthalten Vitamin B1. Gerade oft verwendete Lebensmittel wie Haushaltszucker, Weissmehl oder polierter Reis enthalten aber keines. Wer viel von diesen Produkten verzehrt, verbraucht im Körper die Vorräte zum Abbau des Zuckers. So gelangen ungenügende Nervenreize an die Zellen. Mit dem Genuss von Zucker und Weissmehl wird Kalzium (für die Knochen) abgebaut. Zucker ist also ein Vitamin- und Kalzium-Räuber.

Süsses – fein – der Blutzuckerspiegel steigt – man ist «gut drauf». Sobald der Zucker abgebaut ist, sinkt der Blutzuckerspiegel und signalisiert Hunger. Viele ADHS-Kinder sind vor dem Mittagessen oft schlecht gelaunt oder verwickeln sich in Streitereien. Dies ist eine natürliche Folge einer Unterzuckerung. Leider wird dann dieser Hunger mit Süssem gestillt und der Kreislauf beginnt von neuem. Eine Alternative zu Zucker ist beispielsweise Stevia, erhältlich als frische Pflanze.

Das neue Kindergarten- und Schuljahr hat begonnen – denken Sie an gesunde «Znünis» für die ganze Familie.

Cornelia Krapf-Rütimann,

Walzenhausen


Leserkommentare

Anzeige: