Wolfhalden steigt aus der Kita aus

VORDERLAND ⋅ Der Gemeinderat von Wolfhalden drosselt die finanzielle Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Nur noch Eltern mit tieferen Einkommen werden unterstützt. Dies soll zu mehr Gerechtigkeit führen.
08. März 2017, 08:06
Bruno Eisenhut

Bruno Eisenhut

bruno.eisenhut@appenzellerzeitung.ch

In der Kindertagesstätte Wirbelwind werden an den Standorten Heiden und Wolfhalden Kinder aus mehreren Vorderländer Gemeinden betreut. Die Betreuungskosten für Eltern aus den Mitgliedergemeinden sind in dieser Kinderkrippe abhängig vom Einkommen. Die Eltern bezahlen einen Teilbetrag, die Wohngemeinden entrichten die Differenz zum Volltarif. Mit dieser Praxis war der Gemeinderat von Wolfhalden seit längerer Zeit nicht mehr einverstanden. Der Gemeinderat finde die Kita zwar eine gute Sache und unterstütze diese, so Gemeindepräsident Gino Pauletti, «aber nicht um jeden Preis». Die Tarifliste sei anzupassen, findet Gemeindepräsident Gino Pauletti. Die Liste legt die finanzielle Unterstützung der Gemeinden für die Eltern fest. So werden monatliche Einkommen bis 12500 Franken in abgestuftem Ausmass teilweise subventioniert. Der Gemeinderat von Wolfhalden findet, dass die finanzielle Beteiligung der Gemeinden bei einem monatlichen Einkommen von maximal 8500 Franken enden sollte.

Vorstand will keine unterschiedlichen Tarife

Der Vereinsvorstand der Kita Wirbelwind akzeptierte nicht, dass Wolfhalden eine eigene Tarifliste einführt. «Nach intensiven Verhandlungen mit der Mitgliedergemeinde Wolfhalden blieb uns lediglich die Kündigung der Leistungsvereinbarung», erklärt Kita-Vorstandsmitglied Susann Metzger. Nach Ablauf der halbjährigen Kündigungsfrist Ende Juni können Kinder aus Wolfhalden zwar immer noch in die Kita Wirbelwind gebracht werden, «die Eltern bezahlen aber den vollen Tarif», so Metzger.

Wolfhalden regelt finanzielle Unterstützung

Für die Eltern mit Wohnsitz in Wolfhalden wird die Dienstleistung der Kita also teurer. Alternativ, so hat der Gemeinderat beschlossen, können Eltern bei der Gemeinde eine finanzielle Rückerstattung beantragen. Diese soll aber zu gleichen Teilen zwischen Familie und Gemeinde erfolgen, so Pauletti. Und zudem würden lediglich Familien mit einem maximalen Monatseinkommen von 8500 Franken unterstützt. So bekomme Wolfhalden eine bessere Übersicht über die Subventionierung der Betreuungsleistung und sorge zudem für Gerechtigkeit gegenüber Familien, die keine Betreuung beanspruchen.

Vereinspräsidentin Anne Zesiger Hotz nimmt den Austritt von Wolfhalden mit Bedauern zur Kenntnis. «Leidtragende werden die Eltern sein», sagt sie. Nämlich dann, wenn sie aufgrund geringerer finanzieller Unterstützung den Betreuungsplatz ihrer Kinder nicht mehr bezahlen können. Dazu sagt sie, dass die Kita eine Non-Profit-Organisation sei. «Wir brauchen die festgelegten Beiträge, um das Standardangebot zu finanzieren.»


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