Vicinis Abwahl kocht wieder hoch

APPENZELL ⋅ An der Hauptversammlung des Gewerbeverbands AI liefern sich Präsident Albert Manser und Appenzells abgewählter Schulpräsident Maurizio Vicini ein Wortgefecht. Einem weiteren Votanten platzt der Kragen.

18. November 2016, 09:54
Roger Fuchs

«Du hättest die Gelegenheit gehabt, freiwillig aus dem Amt auszuscheiden», sagte Innerrhodens Gewerbepräsident Albert Manser am Mittwochabend an der Hauptversammlung. Adressat seines Votums war der im Frühjahr von der Schulgemeinde Appenzell abgewählte Schulpräsident Maurizio Vicini. Diese Abwahl war gemäss Manser zwar unschön, aber notwendig.

Solches wollte Vicini nicht einfach im Raum stehenlassen. Mit der Abwahl könne er leben, doch er hätte beim Gewerbeverband im Minimum erwartet, dass die Mitglieder befragt würden und nicht einfach der Vorstand gegenüber den Medien bekräftige, man könne hinter diesem Vorgehen stehen. «Oder ist das die Art und Weise, wie der Gewerbeverband künftig politisieren will?», fragte Vicini. Albert Manser entgegnete, dass die Mitglieder lediglich zu jenen Personen befragt würden, welche an der Landsgemeinde zur Wahl stünden. Alles andere erledige der Vorstand. «Nach verschiedenen Gesprächen sind wir zur Überzeugung gelangt, dass in der Schule Appenzell eine grosse Unzufriedenheit herrscht», so Manser. Die Abwahl sei in der damaligen Situation die beste aller Lösungen gewesen. Es sei aber nicht der Gewerbeverband gewesen, welche das Prozedere initiierte.

Ex-Schulpräsident Breitenmoser holt aus

Nach dem Gehörten platzte dem früheren Schulpräsidenten Sepp Breitenmoser der Kragen. Er ­bezeichnete Maurizio Vicini als «beratungsresistent». Niemand, der sich engagiert habe, brauche sich Vorwürfe zu machen. Dann schwenkte er zu den Entschädigungen. Es spotte jedem Ehrenamt, wenn man sehe, was unter Vicini passiert sei. Albert Manser beendete sodann jeglich weitere Diskussion dazu.

Ein weiteres Hin und Her ­lieferten sich Herbert Räss und Landammann Daniel Fässler. Räss appellierte namens der Gruppe für Innerrhoden (GFI), der Landsgemeinde zusätzlich zum Hallenbadneubau ein Sanierungsprojekt gegenüberzustellen. So wäre das Bad bereits 2018 wieder in Betrieb. Fässler be­stätigte, dass eine Sanierungs­variante zwar möglich wäre, aber nicht sinnvoll sei. Kosten und Ergebnis stünden in keinem Verhältnis.


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