SVP bittet um Damenwahl

WAHLKAMPF ⋅ Für die Ersatzwahl in den Regierungsrat findet ein zweiter Wahlgang statt. Die SVP ändert den Auftritt ihrer Kandidatin Inge Schmid. Eine kurze Einschätzung von Redaktor Bruno Eisenhut im Videokommentar.
16. Februar 2017, 16:42
Monika Egli

«Damenwahl ins Herrenquartett»: Dass Inge Schmid mit einem neuen Motto in den weiteren Wahlkampf startet, «war von Anfang an so geplant», wie Wahlkampfleiter Ralf Menet sagt. «Das gehört zur Gesamtstrategie, der neue Slogan stand schon lange fest.» Die SVP mache das stets so. Mit «Ihr Mann für Ausserrhoden» hatte Inge Schmid in den letzten Wochen viel Aufmerksamkeit erregt, und das in der ganzen Schweiz. «Aber», sagt Menet, «es sind ja nicht die Berner und Zürcher, die unsere Regierungsratsmitglieder wählen».

  Etwas enttäuscht sei man in der SVP, dass die Frauenzentrale Inge Schmid auf den Werbespruch reduzierte. «Es handelt sich hier ja um eine Lobby-Organisation für Frauen; Frauenförderung ist ihr Kernthema. Als parteipolitisch neutrale Institution müsste sie das auch neutral betrachten. Von dieser Seite haben wir mehr Unterstützung erwartet.» Ob ihr Verhalten stimmig sei, müsse die Frauenzentrale aber für sich selber beantworten.  Es sei der SVP schon klar, dass «Frau sein» kein Programm sein könne, aber Inge Schmid sei ihrer Ansicht nach die beste Kandidatin, weil sie die grösste Erfahrung für das Amt mitbringe.

Für Inge Schmid stimmt es, dass der Wahlslogan jetzt geändert wurde, obwohl ihr der erste grosse Aufmerksamkeit einbrachte. «Es gab viele positive, aber natürlich auch einige negative Reaktionen von jenen, die den Spruch nicht verstehen wollten.» Aber das sei jetzt «gegessen». «Ich möchte, dass man für den zweiten Wahlgang auf meinen Leistungsausweis und auf das Thema fokussiert, nämlich den Frauenanteil im Regierungsrat.» Sie wäre nie angetreten, wenn die FDP eine valable Kandidatin aufgestellt hätte, betont Inge Schmid. Sie erhoffe sich, dass man sie vermehrt als Politikerin wahrnehme, die als langjährige Gemeindepräsidentin bewiesen habe, dass sie eine Sach- und keine Parteipolitikerin sei.
 

Mobilisieren hier, auf Bewährtes setzen da

Peter Gut will alle mobilisieren, die am 12. Februar nicht an die Urne gegangen sind. Zoom

Peter Gut (pu) will alle mobilisieren, die am 12. Februar nicht an die Urne gegangen sind.

Der parteiunabhängige Peter Gut, der mit 5390 Stimmen auf dem zweiten Platz landete, ging mit dem Slogan «wir-haben-eine-wahl» ins Rennen. Diesen behält er bei; es ist auch die Adresse seiner Homepage. Auf den zweiten Wahlgang hin «werden wir versuchen, jene zu mobilisieren, die am 12. Februar nicht an die Urne gingen». Denn: Den 17301 Stimmenden standen 20348 Personen gegenüber, die der Urne ferngeblieben sind. «Wenn von diesen gut 20000 Stimmberechtigten nur 1295 gegangen wären und mir die Stimme gegeben hätten, dann hätte es gereicht.» Dass er sich der Wahl noch einmal stelle, sei klar, die Ausgangslage als Zweitplatzierter gut. «Es ist auch ein Dank an alle, die mir im ersten Wahlgang ihre Stimme gegeben haben.»

Dölf Biasotto (FDP) erzielte im ersten Wahlgang das beste Resultat. Zoom

Dölf Biasotto (FDP) erzielte im ersten Wahlgang das beste Resultat.

«Wir haben nicht im Sinn, an unserem Wahlkampfauftritt etwas zu ändern», sagt Dölf Biasotto, der am letzten Wochenende mit 6684 Stimmen das beste Ergebnis der drei Kandidierenden erreichte. «Unser Auftritt hat sich bewährt. Das bestätigt auch das Resultat.» Dölf Biasotto liess die Kandidatin Schmid mit fast 1600 Stimmen hinter sich. Ihm als Unternehmer seien Frauenthemen aber so wichtig wie Männerthemen, und dass auch Frauen in Regierungsräten Platz hätten, «ist selbstverständlich». Aber, sagt der FDP-Mann, erzwingen könne man das nicht. «Wenn auch die Altersstruktur der Bevölkerung abgebildet sein sollte, müssten zwei junge Personen unter 30 und ein Senior oder eine Seniorin über 70 Jahre Einsitz im Regierungsrat haben.»

 


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