Neue 30er-Zone in Herisau

HERISAU. Rund um das Ebnet Herisau müssen Automobilisten seit kurzem den Fuss vom Gas lassen: Dort gilt jetzt Tempo 30. Die Gemeinde verspricht sich von dieser Begrenzung mehr Sicherheit.

10. Juli 2013, 07:50
TIMO ZÜST

Die Initiative kam – wie bei solchen Fällen in Herisau üblich – von den Anwohnern. Vor drei Jahren reichte der Quartierverein Ebnet eine Unterschriftensammlung ein, sie wollten damit die Einführung einer 30-km/h-Zone erreichen. «Wir verlangen immer möglichst viele Signaturen aus dem Quartier, damit wir sicher sein können, dass das Geforderte nicht nur der Wunsch einer Einzelperson ist», erklärt Gemeinderätin Regula Ammann-Höhener vom Ressort Tiefbau. Seit kurzem gilt nun Tempo 30 auf und rund um das Ebnet. Seitens der Gemeinde verspricht man sich dadurch nicht nur eine Beruhigung des Verkehrs, sondern auch mehr Sicherheit für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe und des Schulhauses Waisenhaus.

Rechtsvortritt ist die Regel

Mit einer 30er-Zone kommen sie: die Rechtsvortritte. Auch die neue Zone in Herisau bildet da keine Ausnahme. Auf Kreuzungen sind nun bloss noch die Strassenverläufe mit gestrichelten Linien gekennzeichnet, die weissen Zacken sind Geschichte. Vorfahrt hat nun, wer von rechts kommt. «Ja, das macht man eigentlich immer so. Ausnahmen kann es aber geben – wie beispielsweise beim Spital», bestätigt die Gemeinderätin. Auch sogenannte flankierende Massnahmen, wie Verkehrsinseln und andere verengende Bauten, wurden über die ganze Zone verteilt arrangiert – sie alle dienen der Verkehrsberuhigung. Damit soll das V85 erreicht werden. V85 heisst, dass mindestens 85 Prozent der Fahrzeuge sich an die Tempobegrenzung halten. Ist dies bis in einem Jahr – bloss ein Richtwert – nicht der Fall, müssen weitere Massnahmen wie beispielsweise kleine Absätze ergriffen werden.

Mehr Sicherheit

Die Schützenstrasse wird ausserhalb der Ferienzeit täglich von vielen Schülerinnen und Schülern überquert – im Bereich des Schulhauses Waisenhaus sind dies auch Primarschüler. Das allein war aber nicht der Grund für die Einführung der 30er-Zone, denn es wurden kaum Unfälle mit querenden Schülern verzeichnet. Trotzdem: «Natürlich wird durch das gedrosselte Tempo die Sicherheit erhöht», so Regula Ammann-Höhener. Eine weitere angenehme Begleiterscheinung seien die Aufhebung der Fahrverbote auf der Kreuz- und Ebnetstrasse. Bisher waren diese – obwohl beides Gemeindestrassen – nur für Anwohner und Zubringerdienste nutzbar. Dieses Verbot wurde nun aufgehoben.

Geblitzt werden darf jederzeit

«Sobald eine Geschwindigkeitsbegrenzung rechtskräftig wird, dürfen wir auch Kontrollen machen», sagt Hanspeter Saxer, er ist der stellvertretende Chef Regional- und Verkehrspolizei. Was aber nicht bedeute, dass ab dem ersten Tag hinter jedem Busch ein Polizist mit Radarpistole lauert. Jede Geschwindigkeitskontrolle muss innerhalb der Kantonspolizei vom Chef der Verkehrspolizei, Kurt Lutz, oder dessen Mitarbeiter abgesegnet werden. «So stellen wir sicher, dass alles verhältnismässig bleibt», erklärt Hanspeter Saxer.


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