Medizinische Versorgung in Herisau und Heiden aufrechterhalten

HERISAU/HEIDEN ⋅ Der Ausserrhoder Regierungsrat hat die seit langem geforderte Eignerstrategie für den Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (SVAR) verabschiedet. Zentrale Punkte sind die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Sicherstellung der medizinischen Versorgung an den Standorten Herisau und Heiden.

24. November 2016, 11:40
Zum SVAR gehören die Akutspitäler Heiden und Herisau sowie das Psychiatrische Zentrum in Herisau. Mit rund 1100 Mitarbeitenden ist das selbstständige Unternehmen des Kantons der grösste Arbeitgeber von Appenzell Ausserrhoden.

Durch die Entschädigungsaffäre rund um den Verwaltungsrat des SVAR war es zu Verzögerungen bei der Ausarbeitung der Eignerstrategie gekommen. Die Eignerstrategie macht Vorgaben, welche der Regierungsrat in seiner Rolle als Eigentümer formuliert, und gibt die mittelfristigen Ziele der Unternehmung aus Sicht des Kantons vor.

Wie schon im Gesetz vorgegeben, unterstreiche die Eignerstrategie die Möglichkeit, dass der SVAR strategische Allianzen schliessen und Kooperationen eingehen kann - wie zuletzt in Heiden, heisst es in der Mitteilung der Ausserrhoder Kantonskanzlei vom Donnerstag.

Auslagerungen an privatrechtliche Unternehmen und Kooperationen mit anderen Spitälern bedürfen der vorgängigen Zustimmung des Regierungsrates.

Höhere Kantonsbeiträge prüfen
Der Regierungsrat geht laut Mitteilung davon aus, dass der SVAR aus regionalpolitischen Überlegungen in Herisau und Heiden ein medizinisches Angebot aufrechterhält. Im Gegenzug wird die Gewährung von Beiträgen geprüft. Im letzten Geschäftsjahr erwirtschaftete der SVAR ein Defizit von 9,7 Mio. Franken, nachdem im Vorjahr noch ein Plus von 400'000 Franken erzielt worden war.

Die kürzlich vom Kantonsrat beschlossene Revision des Personalgesetzes hat Eingang in die Eignerstrategie gefunden. Der SVAR geniesse nun mehr unternehmerische Freiheit, heisst es weiter. Geklärt ist auch die Rolle der Eignervertretung im Verwaltungsrat.

Grundsätzlich delegiert die Regierung ein Mitglied in den SVAR-Verwaltungsrat ohne Instruktion, bei Interessenkonflikten vertritt der Regierungsvertreter aber die Interessen des Eigners.

In einem nächsten Schritt wird nun der SVAR seine Unternehmensstrategie gemäss den Vorgaben durch die Eignerstrategie überprüfen. (sda)

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