Letzte Bastion der Unparteilichkeit

AUSSERRHODEN. Auch in Appenzell Ausserrhoden gewinnen Parteien immer mehr an Einfluss. Die Wahlstatistik zeigt erstmals die schwindende Bedeutung der Parteilosen. Damit könnte die letzte Stunde des Majorz geschlagen haben, zumindest in den mittelgrossen Gemeinden.

14. Februar 2015, 10:05
DANIEL BOCHSLER

Die beiden Appenzell standen zuletzt noch für einen politischen Mythos: Sie verkörpern die Demokratie-Idylle, in der die Bürgerinnen und Bürger selber Politik machen, ohne auf Parteien angewiesen zu sein. Das Bundesgericht zollt in seinem jüngsten Urteil zu den Ausserrhoder Kantonsratswahlen dieser Appenzeller Eigenheit Respekt und gewährte Ausserrhoden einen Sonderstatus, weil es die Parteilosen hoch achtet.

Doch der Proporz kommt womöglich schon schneller als angenommen, denn die Bedeutung der Parteien wurde hier bislang unterschätzt, zumindest was die mittelgrossen Gemeinden angeht. Der Mythos der parteifreien Demokratie bleibt nur noch in den ganz kleinen Gemeinden bestehen. In allen Ausserrhoder Gemeinden ab 3000 Einwohnerinnen und Einwohnern (also in Heiden, Teufen und Speicher) hat dagegen bereits heute die Parteipolitik Einzug gehalten.

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