Knecht neuer Gerichtspsychiater in Appenzell Ausserrhoden

Neuer Job: Thomas Knecht ist künftig im Kanton Appenzell Ausserrhoden tätig. (Archiv/Reto Martin)
HERISAU. Das Psychiatrische Zentrum Appenzell Ausserrhoden in Herisau verfügt neu über einen eigenen Forensiker. Thomas Knecht war bisher an der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen im Thurgau tätig. Er war Gutachter bei mehreren Aufsehen erregenden Straffällen.
24. Juli 2012, 16:22
Wie der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt, hat die Ausserrhoder Regierung dem Psychiatrischen Zentrum Herisau einen neuen Leistungsauftrag erteilt. Thomas Knecht, forensischer Psychiater, werde sich mit der Behandlung, Begutachtung und Unterbringung psychisch kranker Straftäter in Appenzell Ausserrhoden befassen. Auftraggeber seien Anklagebehörden, Gerichte und Massnahmenvollzugsbehörden, heisst es in der Mitteilung weiter.

Thomas Knecht war von Mitte 1993 bis Juli 2012 als Leitender Arzt in der Psychiatrischen Klinik Münsterlingen tätig. Als Gerichtspsychiater verfasste Knecht Gutachten für mehrere Aufsehen erregende Gerichtsprozesse in der Schweiz, zuletzt im Mordfall des Aupair-Mädchens Lucie im aargauischen Rieden bei Baden. Ein Gutachten von Knecht bewog das Weinfelder Bezirksgericht im Herbst 2010 unter anderem dazu, einen Mann, der 2008 in Märstetten TG eine Prostituierte ermordet haben soll, lebenslänglich zu verwahren. Der 44-Jährige ist der erste und bisher einzige lebenslänglich verwahrte Straftäter in der Schweiz seit Annahme der Verwahrungs-Initiative im Jahr 2004. (sda)

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