naturheilkunde im appenzellerland

Informationsmedizin – nur Placebo?

16. Februar 2011, 01:09

Ich habe Ende letzten Jahres in meinem Beitrag «Besinnliche Gedanken zum Advent» von der Informationsmedizin geschrieben und auch, dass sie keinesfalls neu ist, sondern im Grunde genommen ursprünglich, obwohl wir sie heute in dieser Form als neue Wissenschaft betrachten müssen.

Was ist aber der Unterschied zwischen Information und Energie? Energie ist fassbar und messbar und Information eben nicht, obwohl Energie eine informelle und Information eine energetische Veränderung auslösen kann. «Ich liebe dich» sind drei einfache Wörter, also Information. Sie bewirken aber – auch ohne physischen Kontakt beispielsweise als SMS – meistens auch auf der energetischen Ebene eine Veränderung.

Es handelt sich tatsächlich um eine neue Wissenschaft, obwohl dies den meisten Personen, die damit zu tun haben, noch gar nicht richtig bewusst ist. Wir alle haben damit ein grundsätzliches Problem: Wir haben noch keinen Wortschatz dafür! Fast gezwungenermassen verwenden wir oft Begriffe aus der energetischen Medizin. Oft werden Therapien immer noch als «energetische» Therapien bezeichnet, die nichts mit Energie zu tun haben. Informationsmedizin hat nichts mit der herkömmlichen Physik zu tun: Wir sind hier im Bereich der Quantenphysik.

Placebo als Erklärung

Die Erfolgsmeldungen von Therapeuten und anderen, die mit Informationsmedizin oder informationellen Behandlung arbeiten, häufen sich. Trotzdem wird das Verfahren immer noch dem Placebo-Effekt zugeschrieben. Als Placebo wird eine Substanz bezeichnet, die in Doppel-Blindstudien anstelle des zu testenden Mittels an eine Kontrollgruppe verabreicht wird und keinen Wirkstoff enthält. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass auch immer ein bestimmter Anteil der Testpersonen auf diese Placebogabe mit Symptomen reagiert. Nur wenn das zu testende Mittel einen höheren Wirkungsgrad aufweist als das Placebo, wird es als wirksam betrachtet. Umgangssprachlich und als Folge unserer gegenwärtigen Materie-Energie-Gläubigkeit wird auch alles, was Wirkungen zeigt, ohne dass Energie oder Chemie zum Einsatz kommen, als Placebo bezeichnet. Die Wirkung des Placebos wird normalerweise mit der Kraft des Glaubens erklärt, aber es wird selten in dieser Richtung weiter erforscht. Die neuen Konzepte der Informationsmedizin erlauben aber einen neuen Zugang zum Verständnis des Placeboeffektes. Diese neuen Erkenntnisse relativieren die Wichtigkeit der Energie, der bis anhin so grosse Bedeutung beigemessen wurde.

Informationseffekt anerkennen

Informationsmedizin, mit ihrem gänzlich neuen Ansatz, hat das Potenzial, in diesem Jahrhundert nicht nur zu einer tragenden Säule der Medizin zu werden, sondern auch zur Brücke zwischen Materie und Geist. Ohne es zu wissen oder zuzugeben, zieht die heutige Medizin immer noch sehr viel Nutzen aus dem vielerorts belächelten Placeboeffekt: Der Arzt in Weiss mit dem Stethoskop um den Hals ist beispielsweise ein letztes Überbleibsel einer alten Heiler-Tradition, die auf die Placebowirkung vertraute. Der Placeboeffekt ist durchaus etwas, das einer systematischen Untersuchung würdig und auch zugänglich ist.

Mir geht es hier darum, dass wir beginnen, den Placeboeffekt als Informationseffekt wahrzunehmen. Information ist wesentlich komplexer, ursprünglicher und wichtiger für unser Leben als jede Energie, und diesen Stellenwert muss sie zurückerhalten.

Sie haben diesen Artikel doch auch nicht gelesen, weil Sie sich erhoffen, daraus Energien zu ziehen. Oder?

David M. Snoad


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