Hoffnungsträgerin für Spitalverbund

KOMMENTAR ⋅ Mit Paola Giuliani hat eine neue Art der Kommunikation im Spitalverbund Ausserrhoden Einzug gehalten. "Es wird aber Taten brauchen", schreibt Patrik Kobler, Redaktionsleiter der Appenzeller Zeitung, in seinem Kommentar.
30. März 2017, 21:07
Findet der Ausserrhoder Spitalverbund doch noch aus der Krise? Nachdem das Vertrauen in die Führung in den vergangenen Monaten arg gelitten hatte, gab es am Donnerstag endlich wieder einmal positive News: Die Frauenklinik am Spital Heiden wird fortgeführt. Zur Hoffnungsträgerin avanciert die neue Geschäftsführerin Paola Giuliani. Sie vertreibt jeden Gedanken an Spitalschliessungen. Es gebe auch kein Sterben auf Raten, sagt sie. "Ich bin keine Sterbebegleiterin." Die 53-Jährige hat den Job angetreten, um die Spitäler Heiden und Herisau zu retten.

Der erste Eindruck: Mit Paola Giuliani hat eine neue Art der Kommunikation Einzug gehalten. Sie ist offen und sucht den Dialog. Dieser Wandel war bitter nötig. Die schlechte Kommunikation wurde allenthalben kritisiert. Wenn die Ausserrhoder Bevölkerung bei der Krisenbewältigung mithelfen soll, muss sie von den Verantwortlichen mitgenommen werden. Man muss ihr erklären, was es braucht, um den Spitalverbund wieder auf Vordermann zu bringen.

Gewiss: Mit Worten alleine lassen sich die Spitäler nicht retten. Es wird Taten brauchen – allenfalls auch unpopuläre Massnahmen. Verwaltungsrat und Geschäftsführung wollen sich nun Zeit nehmen, um die mittel- und langfristige Strategie zu erarbeiten. Wenn der Spitalverbund wieder über eine Strategie und eine gute Kommunikatorin an der Spitze verfügt, besteht vielleicht die Chance, die Krise zu bewältigen. Aber selbst wenn alle ihr Bestes geben, gibt es keine Garantie, dass die Operation gelingt. Der Wettbewerb ist hart und der Spitalverbund angeschlagen.

Patrik Kobler
patrik.kobler@appenzellerzeitung.ch

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