Grosser Rat unterstützt Neuausrichtung des Spitals

APPENZELL ⋅ Am Montag diskutierte der Grosse Rat einen strategischen Bericht über die Weiterführung des Spitals Appenzell als Ambulantes Versorgungszentrum mit einer kleinen stationären Abteilung mit 18 Betten. Nun wird dazu eine konkrete Vorlage ausgearbeitet.
03. April 2017, 11:12
Das Spital Appenzell soll sich als Ambulantes Versorgungszentrum mit einem kleinen stationären Bereich neu ausrichten. Der Notfall- und Rettungsdienst würde darin integriert. Für die Erneuerung der baulichen Infrastruktur rechnet die Standeskommission (Regierung) mit Kosten um 35 Mio. Franken. Am Montag diskutierte der Grosse Rat über die neue Strategie.

Die vorberatende Kommission unterstützte die Neuausrichtung. Damit könne ein begrenztes stationäres Angebot aufrechterhalten werden. Der Erfolg hänge allerdings stark von den Kooperationspartnern ab. Zur Auswahl stehen dafür die Belegärzte, das St.Galler Kantonsspital oder der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden. Man solle sich nicht von einem Partner abhängig machen, hielt die Kommission in ihrer Stellungnahme fest.
 

Wichtig für Selbstverständnis

Im Rat schilderte Frau Statthalter Antonia Fässler, Vorsteherin des Gesundheits- und Sozialdepartements, dass die Standeskommission unter anderem auch eine Schliessung sowie die Beschränkung auf ein reines Ambulatorium geprüft habe.

Die nun im Vordergrund stehende Variante bringe aber die grössten Vorteile. Damit könne eine gewisse stationäre Gesundheitsversorgung für die nächsten 20 bis 30 Jahre sichergestellt werden. Ein solches Angebot habe auch volkswirtschaftliche Vorteile und sei nicht zuletzt wichtig für das kantonale Selbstverständnis.

Im Rat gab es dazu verschiedenen zustimmenden Voten - aber auch Kritik: So wurden Bedenken geäussert, dass das künftige Leistungsangebot in Appenzell zu gross sein könnte. Heute finde in der Medizin eine Spezialisierung statt. Man sei ohnehin von anderen Leistungsanbietern abhängig, hiess es auch. Und: Die Defizite wären nicht berechenbar.

Andere Mitglieder des Grossen Rats erklärten, der Weg sei richtig - auch wenn er etwas koste. Damit habe man weiterhin Handlungsoptionen. Nach der Kenntnisnahme des Berichts durch den Grossen Rat soll nun eine konkrete Vorlage ausgearbeitet werden.

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