Dinkel brachte Gesundheit

TEUFEN ⋅ Viele Jahre lang litt der Konditor-Confiseur Christian Meier unter Asthma. Erst mit reinem Dinkel wurde er beschwerdefrei. Backwaren aus diesem Rohstoff gehören seitdem zu seinem Alltag.
20. Januar 2017, 05:38
Martin Brunner

Martin Brunner

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Urdinkel kam wegen seiner gesunden Inhaltsstoffe in den letzten Jahren zu Berühmtheit. Da er nicht mit Weizen gekreuzt werden darf, wurde er für Weizen­allergiker zu einer grossen Hilfe, allerdings nicht für alle. Der Bäcker Christian Meier war nämlich seit 1960 ein schwerer Asthmatiker. Deshalb hielt er sich schon als Kind oft im Engadin auf, weil er dort keine Beschwerden hatte. Sogar seine Lehre als Konditor-Confiseur absolvierte er im bündnerischen Pontresina. Doch seine Probleme waren nicht gelöst. Denn als er in Stein die Bäckerei Sägehüsli seiner Eltern übernahm, traten die Probleme immer wieder auf.

Ursache und Lösung gefunden

Erst 1999 änderte sich alles. «Ich besuchte eine Naturärztin, die mich testete und eine Weizen-Milch-Allergie feststellte», erzählt Christian Meier. «Diese wurde über das Essen ausgelöst, nicht über den Staub. Ich verzichtete deshalb fortan auf Weizen und Milch.» Das bedeutete auch, dass Brote und Backwaren nicht mehr zu Christian Meiers Ernährung gehören sollten. Oder eben nicht ganz. Denn im normalen Urdinkel sind oft Anteile an Weizen enthalten. Solche Backwaren kamen für ihn also nicht in Frage. «Mit dem reinen Dinkel aber sieht es anders aus. In diesen Produkten dürfen keine Fremdanteile enthalten sein.» Und siehe da: Christian Meier bekam sein Asthma in den Griff. Nach kurzer Zeit war er beschwerdefrei. «Ich habe heute viel mehr Energie und fühle mich gesünder als früher. Diese Backwaren sind zudem viel nahrhafter.»

Sanfter Mahlvorgang

Noch heute ist der Bäcker begeistert und nach wie vor fasziniert vom reinen Dinkel. Im «Ziträdli» auf der Waldegg in Teufen hat er einen idealen Arbeitsort gefunden, an dem der reine Dinkel viel Platz einnimmt. Kein Wunder al­so, dass er seine Geschichte seiner Kundschaft schon mehr als einmal erzählt hat. Diese schätzt die Brote, Zöpfe und verschiedenen Gebäcke. Das Mehl dafür bekommt Meier von der Zentrofan-Müllerei in Stein. Das bedeutet, dass das Korn mit Luft in der Mühle herumgeschleudert und dadurch am Stein sanft abgeschliffen wird. Bei der Produktion achtet er auf saubere Trennung der Mehle. Den Teig knetet er im Schongang nur fünf Minuten. «Dinkel enthält vieles, was unser Körper braucht», betont Meier. «Mit unserem Vorgehen kann er diese wertvollen Inhaltsstoffe problemlos aufnehmen.»

30 Jahre im Sägehüsli

Begonnen hat die Geschichte mit dem reinen Dinkel im Jahr 1984. Christian Meiers Bruder Hans­ueli befasst sich damals als Hobby mit dem reinen Dinkel in Demeter-Qualität. «Er fand den Bauern Richard Schierscher in Schaan, dessen Sohn Samuel den reinen Dinkel auch heute noch anbaut», sagt Meier. «Zehn Jahre lang produzierte er selber mit diesem Rohstoff.» 1995 aber hätte er seine Anlagen erneuern sollen, wollte dies aber nicht. Also übernahm Christian Meier die Produktion, damals noch in der Holzofenbäckerei Sägehüsli, die er 30 Jahre lang geführt hatte.


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