Arbeitseinsätze für Flüchtlinge in Innerrhoden bewähren sich

APPENZELL INNERRHODEN ⋅ 126 Asylsuchende und vorläufig Aufgenommene haben Ende 2016 in Appenzell Innerrhoden gelebt. Bewährt haben sich eine Reihe von Beschäftigungsprogrammen: Rund 30'000 Stunden säuberten Flüchtlinge Wälder, halfen Abfälle entsorgen oder arbeiteten in Reinigung und Unterhalt.
Aktualisiert: 
07.03.2017, 15:00
07. März 2017, 14:43
Dies geht aus dem Asylbericht 2016 hervor, den die Innerrhoder Standeskommission (Regierung) am Dienstag veröffentlichte. 50 Asylsuchende wurden dem Kanton durch den Bund zugewiesen, 34 weniger als im Vorjahr. Dies entspricht dem schweizweiten Rückgang der Flüchtlingszahlen 2016 um etwa 30 Prozent.

Normalisierung
Die Belegung der Asylunterkünfte Innerrhoden war mit 116 Personen höher als in den Vorjahren. Die Situation habe sich aber normalisiert, nachdem 2015 neue Unterkünfte eröffnet wurden. 131 Plätze standen Ende 2016 zur Verfügung, hauptsächlich im Haus Mettlen samt Dependance und dem Kapuzinerkloster.

Durchschnittlich 235 Stunden arbeitete jeder Flüchtling in gemeinnützigen Beschäftigungsprogrammen. Dies gebe den Asylsuchenden eine geregelte Tagesstruktur und bringe sie mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt, heisst es. So kümmerten sich die Flüchtlinge um die Reinigung und den Unterhalt ihrer Unterkünfte, nahmen an Waldsäuberungen teil und halfen bei der Abfallentsorgung mit.

Solche Arbeitseinsätze tragen laut Frau Statthalter (Gesundheits− und Sozialdirektorin) Antonia Fässler zu einem guten Verhältnis zwischen Bevölkerung und Asylsuchenden bei. Die Flüchtlinge erhalten für ihre Einsätze fünf Franken pro Stunde. Sie dürfen so maximal 400 Franken im Monat verdienen.

Asylrechnung im Plus
In einem Beschäftigungsprogramm des Asylzentrums wurden Bäume und Sträucher zu Brennholz verarbeitet und dann verkauft. Die Einnahmen aus solchen Programmen − laut Fässler 160'000 Franken − trugen zu einem Plus von 70'000 Franken in der Asylrechnung 2016 bei. 2015 hatte noch ein Defizit von 80'000 Franken resultiert.

Die Einnahmen aus Beschäftigungsprogramme deckten aber nur einen Teil der Kosten, betonte die Gesundheits− und Sozialdirektorin gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Die Programme seien nicht gewinnbringend.

Mehr Geld bekam der Kanton auch vom Bund: Wegen der hohen Belegung seiner Unterkünfte erhielt Innerrhoden knapp zwei Millionen Franken Pauschalen für Personen im Asylverfahren und vorläufig Aufgenommene. Das ist rund ein Drittel mehr als 2015. Der Bund zahlte 1443 Franken pro Person und Monat sowie 60'000 Franken für die Verwaltung.

Innerrhoden betreut, im Unterschied zu anderen Kantonen, die Asylsuchenden kantonal und verteilt sie nicht auf die Bezirke (Gemeinden). Dies hat laut Fässler mit der Grösse des Kantons zu tun und damit, dass auch die Sozialhilfe kantonal organisiert ist. (sda)

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