Naturheilkunde im Appenzellerland

Apitherapie: Heilen mit Bienenprodukten

13. Januar 2010, 01:02

Apitherapie ist keine neuzeitliche Erfindung, sondern eine uralte Heilmethode mit den Produkten unserer Honigbiene. Welch ein Zufall: Die Bienen bauen sechseckige Bienenwaben und es gibt auch sechs Bienenprodukte, welche der Mensch zu medizinischen Zwecken nutzt.

Honig: Vielfach einsetzbar

Honig als reines Naturprodukt wird nicht nur als Süssungsmittel gebraucht, sondern ist gegen viele krankhafte Keime im Magen-Darm-Trakt nützlich.

Zur äusserlichen Behandlung bei Wunden, Geschwüren, überschiessenden Narben oder bei Verbrennungen werden spezielle Sortenhonige, zum Beispiel Thymian- oder Eichenhonig eingesetzt.

Pollen sind die Eiweissnahrung der Biene und auch als Nahrungsergänzung für uns Menschen gesund. Aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften besitzen sie eine vorbeugende Wirkung gegen viele Zivilisationskrankheiten. Pollen stärken und regulieren unser Immunsystem, gerade in dieser kalten Jahreszeit.

Gelée royale oder der Weiselfuttersaft ist die Nahrung der Bienenkönigin, welche sich aus einer normalen Bienenlarve entwickelt und dann viel länger lebt als eine gewöhnliche Arbeiterin im Bienenvolk. Auf den Menschen übertragen müssten wir dank regelmässiger Einnahme von Gelée royale eigentlich biblisches Alter erreichen. Der Weiselfuttersaft trägt zu einer Verbesserung von Gedächtnis und Konzentration bei, er wirkt vitalisierend und harmonisiert unser vegetatives Nervensystem und stärkt insbesondere die weibliche Sexualfunktion und kann hier eine Empfängnis möglich machen.

Propolis heisst lateinisch «vor der Stadt» und bedeutet, dass die Bienen damit ihren Stock schützen, desinfizieren und kleinere Ritzen abdichten. Propolis hat eine ausgeprägte Wirkung gegen Bakterien, Viren, Pilze und andere Krankheitserreger. Es gilt als das stärkste natürliche Antibiotikum und wird bei Entzündungen der Atemwege (Nase, Mund, Rachen, Lunge) und im Verdauungssystem (Magen- und Darmgeschwüre) eingesetzt sowie äusserlich – in Kombination mit Honig – bei Akne, Ekzemen, Wunden und Geschwüren.

Das Bienenwachs ist ein kompliziert zusammengesetztes Naturprodukt mit Eigenschaften, die man in der Kosmetik sehr schätzt. Es ist hautfreundlich und provoziert keine allergischen Reaktionen. Es macht die Haut frisch und glatt. Kauen von Bienenwachs stärkt das Zahnfleisch und erhöht die Speichelabsonderung. Warme Bienenwachsplatten werden als äusserliche Auflagen bei Erkältungen, Ischias und Gelenksentzündungen angewendet.

Mit Bienengift therapieren

Abschliessend kommt das Bienengift, das als reine Lösung oder als Salbe benutzt werden kann. In der Bienengifttherapie (BGT) werden Bienenstiche therapeutisch angewendet, zum Beispiel an spezifischen Akupunkturpunkten – ohne dass dabei die Bienen sterben müssen. Oder man lässt sich eine Ampulle Bienengift spritzen, natürlich nur aus der Hand eines erfahrenen Apitherapeuten. In jedem Fall muss vor jeder Anwendung geprüft werden, ob der Patient nicht allergisch reagiert. Bienengift kann auch als Salbe benutzt werden bei Gelenksentzündungen, Rheuma und zur Auflösung von Narbenwucherungen.

Gregor Schraner, Herisau


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