Urnäsch soll zum Handwerkerdorf werden

Die Gemeinde soll sich zu einem einzigartigen Zentrum für altes Handwerk entwickeln. So lautet die Vision des Gemeindepräsidenten. Die Idee wird geprüft.
09. April 2018, 16:01
Bruno Eisenhut

 

Die Organisatoren konnten einem leidtun, als im vergangenen September in Urnäsch der mehrtägige Jubiläumsanlass zur 600-Jahrfeier von Dauerregen begleitet war. Dennoch taten die äusseren Bedingungen der Stimmung keinen Abbruch. In gemütlichen Zelten zeigten die Einheimischen verschiedene Handwerke und liessen die Besucher über ihre Fertigkeiten staunen.

Nun soll genau dieses Treiben Urnäsch verändern. Gemeindepräsident Peter Kürsteiner bringt die Idee auf den Tisch, Urnäsch zu einem schweizweiten Handwerkerzentrum zu machen. «An der Jubiläumsfeier wurde mir bewusst, wie viel altes Handwerk in Urnäsch gepflegt wird», so der Gemeindepräsident. Viele Personen würden diese Tätigkeiten mit sehr viel Leidenschaft praktizieren. Peter Kürsteiner schwebt vor, dieses Können zu sichern und weiterzugeben. Gar nicht so einfach, denn viele der begabten Handwerkerinnen oder Handwerker üben die Tätigkeit als unauffälligen Nebenerwerb oder als Hobby aus. «Wenn es uns gelingt, diese Fähigkeiten gegen Aussen zu bündeln, werden wir über die Region hinaus noch besser sichtbar», so Peter Kürsteiner gegenüber der Appenzeller Zeitung. Urnäsch könnte zum Zentrum für altes und neues Handwerk werden.

Nicht nur eine Touristenattraktion

Auch wenn Gemeinderäsident Peter Kürsteiner von «altem» Handwerk spricht, nur zur Touristenattraktion soll das Projekt nicht verkommen. Beispiele zeigen, dass nicht nur in den heimischen Hobbykellern gearbeitet wird. So stelle als Beispiel die Firma Altherr Bedachungen trotz modernem Betrieb noch immer Schindeln in alter Manier her, führt Kürsteiner aus. Er distanziert sich bewusst von einem Museumsprojekt. Das Handwerk soll gelebt werden. Am Ende sollen Personen daraus gar ihren Lebensunterhalt verdienen können, blickt Gemeindepräsident Kürsteiner voraus. Schliesslich würde das Handwerk über weitere Generationen erhalten bleiben und Ausbildungsplätze könnten damit möglicherweise ebenfalls generiert werden.

Projektgruppe nimmt die Arbeit auf

Auf Anregung Peter Kürsteiners wurde diese Idee im Gemeinderat ausführlich diskutiert. Als Folge davon hat der Rat beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, welche die Idee vertieft prüfen und ein Projekt vorantreiben soll. Geleitet wird diese Gruppe vom Gemeindepräsidenten persönlich. Einsitz haben zudem Iwan Schnyder (Gemeinderat), Elisabeth Frischknecht, Werner Altherr, Walter Zellweger, Niklaus Frehner, Walter Frick und Jakob Gülünay.

Läuft alles nach Plan, werde die Arbeitsgruppe im Frühling 2019 dem Gemeinderat ein ausgearbeitetes Projekt vorlegen, so Gemeindepräsident Peter Kürsteiner. Massnahmen, die sich auf das Budget auswirken, sollen im Voranschlag 2019 mitberücksichtigt werden, erklärt der Gemeindepräsident.


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