2018 wird ein intensives Jahr

GAIS ⋅ Die Grossbaustelle der Appenzeller Bahnen in Teufen beeinflusst die Bauinvestitionen des Kantons im kommenden Jahr. Dies und noch mehr war an der Bauwirtschaftskonferenz zu erfahren.
01. Dezember 2017, 05:19
Karin Erni

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch

Auf Einladung des Ausserrhoder Gewerbeverbandes haben sich am Mittwochabend rund 60 Personen aus dem Baugewerbe in der «Krone» Gais eingefunden. Bau- und Volkswirtschaftsdirektor Dölf Biasotto führte in einer Tour d’Horizon aus, was derzeit in seinem Departement läuft. Im Rahmen der Richtplan-Nachführung 2015 müssten in sieben Gemeinden insgesamt zwölf Hektar Land ausgezont und zu einem grossen Teil den Zentrumsgemeinden zur Verfügung gestellt werden. Auf die Frage von Gewerbeverbandspräsident René Rohner, ob denn nun kleine Gemeinden nicht mehr wachsen könnten, entgegnete Biasotto, dass man diesbezüglich alle vier bis fünf Jahre eine Standortbestimmung vornehmen werde.

Der Kantonsrat habe den Richtplan im Oktober genehmigt, mit der Absegnung durch den Bund rechne man im kommenden August. Die Gemeinden könnten aber bereits jetzt mit der Überarbeitung der kommunalen Richtpläne beginnen. Aus dem Richtplan folge eine Baugesetzrevision. Darin sei die Grundlage formuliert, wie bei Um- und Auszonungen der Mehrwertausgleich konkret vonstattengehen soll. Die angepasste Bauverordnung werde im Juni nächsten Jahres dem Kantonsrat zur zweiten Lesung vorgelegt.

Bei der zweiten Raumplanungsrevision des Bundes gehe es um das Bauen ausserhalb der Bauzonen. In der Vernehmlassung sei sie abgeschmettert worden. Im Frühjahr sei mit einer nächsten Fassung zu rechnen.

Viele laufende Bauvorhaben

«2018 wird ein intensives Jahr», sagte Kantonsingenieur Urban Keller. Die Appenzeller Bahnen starteten am Osterdienstag das grosse Bauprojekt in Teufen. Das sei ein Grund, warum der Kanton sein eigenes Strassenbauvolumen herunterfahre. Der andere sei eine sinkende Einnahme aus der Mineralölsteuer. Die grössten Projekte seien die Kantonsstrasse vom Alten Zoll in Herisau bis zum Einlenker Schützenstrasse und der Bahnhofkreisel Teufen, für die je zwei Millionen Franken ausgegeben werden.

Die Vergabestatistik zeige, so Keller, dass knapp 80 Prozent der Bauaufträge an einheimische Firmen vergeben wurden. In den kommenden Jahren würden durch den Autobahnausbau in St. Gallen viele Aufträge vergeben. Er mahnte die Baufirmen, den eigenen Kanton trotzdem weiterhin als A-Kunden zu behandeln. Der Leiter des Amts für Immobilien, Jürg Schweizer, informierte über die Investitionsprojekte. Im kommenden Jahr umfassen diese den Versorgungstunnel beim PZA, die zweite Etappe im Konvikt-Gebäude und brandschutztechnische Massnahmen Haus Olymp der Kantonsschule Trogen sowie die Teilerneuerung der Zellenruf- und Gegensprechanlage in der Strafanstalt Gmünden. Kantonsplaner Gallus Hess informierte über die Instrumente der Gemeinden für die Innenentwicklung, zeigte anhand von Beispielen, wie eine gelungene bauliche Verdichtung aussehen kann.

Mit Energiesparen Förderbeiträge abholen

Karlheinz Diethelm, Leiter Amt für Umwelt, machte Werbung für die neue Etappe im Energie-Förderprogramm. In den letzten 17 Jahren seien 3500 Vorhaben unterstützt und dadurch 130 Gigawattstunden pro Jahr eingespart worden, das entspreche 13 Millionen Liter Heizöl. Ein Grossteil der finanziellen Mittel komme aus der CO2-Abgabe des Bundes. Energiesparen sei auch Wirtschaftsförderung, so Diethelm. «Mit einem eingesetzten Franken Fördermittel kann man acht bis zehn Franken Investitionen auslösen.» Bis jetzt seien 19,5 Millionen Franken Fördergelder geflossen, das entspreche 160 Millionen Franken Investitionen, die zu einem Grossteil im Kanton blieben. Neu will der Kanton ausserdem die Batteriespeicherung von Fotovoltaikanlagen finanziell unterstützen und die Zertifizierungskosten für Minergiebauten übernehmen.


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