Tattoo und Olma schmieden Pläne

Das finanziell angeschlagene Tattoo St. Gallen und die Olma Messen prüfen eine Zusammenarbeit. Der Musikanlass soll künftig statt im St. Galler Athletik Zentrum in der Olma-Halle 9.1 stattfinden. Der Anlass habe Potenzial, finden die Olma-Verantwortlichen.
18. Oktober 2014, 02:42
Adrian Vögele

ST. GALLEN. Das Military Tattoo St. Gallen kämpft ums Überleben. 10 200 Personen besuchten die diesjährige dritte Austragung des Festivals, über 3000 weniger als 2013. 120 000 Franken betrug das Defizit, bei einem Budget von 850 000 Franken. Die Veranstalter stellten klar: In seiner bisherigen Form habe das Tattoo keine Zukunft. Man versuche aber alles, um den Anlass in anderer Form weiterhin durchführen zu können.

Inzwischen hat der Tattoo-Verein einen möglichen Partner gefunden: die Olma Messen. Die Grundidee ist, dass der Anlass künftig statt im Athletik Zentrum in der Olma-Halle 9.1 stattfinden soll.

«Sehr interessiert»

Fix ist diese Zusammenarbeit noch nicht. Ralph Engel, Abteilungsleiter Congress Events bei den Olma Messen, sagt aber: «Die Chancen stehen gut. Wir sind sehr interessiert an einer Partnerschaft mit dem Tattoo.» Das Musikfestival passe zur Stadt St. Gallen und habe das Potenzial, sich zu etablieren.

Auch Adrian Osterwalder, OK-Präsident des Tattoo, ist zuversichtlich, dass die Kooperation zustande kommt und die Olma Messen den Anlass in ihr Portfolio aufnehmen. «Die grossen Hürden sind genommen. Nun arbeiten wir an den Details.» Der definitive Entscheid ist im kommenden Frühling zu erwarten.

Ein grosses Plus der Olma-Halle 9.1 gegenüber dem Athletik Zentrum: Sie steht dem Tattoo ausserhalb der Schulferien zur Verfügung. Das nächste Tattoo soll gemäss jetziger Planung vom 23. bis 25. September 2016 stattfinden – an drei statt wie bisher an fünf Tagen. «Dadurch können wir einiges an Kosten einsparen, etwa bei den Übernachtungen der Musikerinnen und Musiker», sagt Osterwalder. Die Zahl der Shows soll hingegen nur leicht reduziert werden – von sieben auf sechs. «Voraussichtlich wäre das Tattoo in dieser Variante mit etwa 9000 Zuschauern bereits kostendeckend», so der OK-Präsident. «Im Gespann mit den Olma Messen ergäben sich zudem neue Möglichkeiten bei der Sponsorensuche und im Marketing, die wir im Alleingang als kleiner Kulturverein nicht haben.»

Wechsel mit Highland Games

Damit das Tattoo genügend Zulauf erhält, soll es künftig nur noch alle zwei Jahre stattfinden. «Vorgesehen ist, dass das Festival mit den Appowila Highland Games abwechselt», sagt Osterwalder. Die Highland Games finden in Abtwil statt und widmen sich hauptsächlich der sportlichen Seite der schottisch-keltischen Tradition, während am Military Tattoo die Musik aus diesem Kulturraum im Zentrum steht.

Doch bei aller Schottland-Begeisterung: Die Tattoo-Veranstalter haben festgestellt, dass sie ihren Anlass stärker in der Region verankern müssen. Sie wollen darum für das vierte Tattoo wieder mehr Ostschweizer Formationen engagieren.


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