SRF in Luzern statt in St. Gallen

ST.GALLEN. Eigentlich wollte Radio SRF 3 im Dezember mit der Spendensammlung «Jeder Rappen zählt» nach St.Gallen kommen. Das Vorhaben scheiterte aber an den strengen Auflagen der Stadt. Jetzt geht der Sender nach Luzern.
15. November 2014, 18:05
Cornel Amerraye

Bereits letztes Jahr machte «Jeder Rappen zählt» oder kurz JRZ, Station in St.Gallen. Auf dem Blumenmarkt beim Marktplatz stellten die Radiomacher einen Tag lang ihre Bühne auf, sammelten Geld für gute Zwecke und beschallten den Platz am Abend mit Live-Musik von «77 Bombay Street». Auch in Aarau, Zürich und Basel waren die Radiomacher 2013 je einen Tag lang zu Gast. «Dieses Jahr wollten wir eine ganze Woche in St.Gallen bleiben», sagt Susanne Witzig, Projektverantwortliche JRZ bei SRF 3. Warum? «St.Gallen ist uns sympathisch, und uns gefiel das begeisterungsfähige Ostschweizer Publikum», sagt Witzig.

Die Radioleute hätten gerne vom 17. bis 23. Dezember einen Glaspavillon aufgestellt, so wie sie das in früheren Jahren bereits in Bern und Luzern gemacht hatten. Aus diesem Pavillon hätten sie während 24 Stunden gesendet, das alles unter Einbezug des Publikums vor Ort und mit teils prominenten Gästen. Vor zwei Jahren etwa war Nestlé-Chef Peter Brabeck Gast im mobilen Radiostudio.

Das Ganze war der Stadt zu laut

Doch so weit kommt es nicht, JRZ wird auch dieses Jahr wieder aus Luzern gesendet. Susanne Witzig von SRF 3 erklärt: «In St.Gallen hätten wir am liebsten den Marktplatz gehabt, das war aus Platz- und Emissionsgründen aber nicht möglich, teilte uns die Stadt mit.» Isabel Schorer, Leiterin der Standortförderung St.Gallen, bestätigt, dass Verhandlungen mit SRF 3 stattgefunden haben, und sagt: «Wir prüften zusammen mit den Radioleuten und der Stadtpolizei zu Beginn Standorte in einem Perimeter von der Olma bis zur Kreuzbleiche.» Der favorisierte Standort Marktplatz sei jedoch schnell aus dem Raster gefallen, denn dieser Ort sei mit dem Weihnachtsmarkt schon ausgelastet. Ausserdem wäre der Platz nicht nur eine Woche, sondern etwa einen Monat lang belegt gewesen: «Das muss auch alles auf- und abgebaut werden, da braucht es Infrastruktur, von Büros bis zu WC-Anlagen», sagt die Leiterin der Standortförderung.

Alternative angeboten

Die Stadt bot SRF 3 als Ersatz den Platz hinter dem Hauptbahnhof an, zwischen Fachhochschule und Lokremise. «Aber auch dort hätten wir nachts die Lautsprecher abschalten müssen», sagt Susanne Witzig von SRF 3. Doch gerade die Nachtaktionen und Konzerte gehören zum Kernkonzept von JRZ. Die Stadt wollte diese Aktionen nicht: «Wir wollten keine 24-Stunden-Beschallung und keine Geräuschemissionen durch die nächtlichen Besucherinnen und Besucher der Glasbox», sagt Isabel Schorer. Den Entscheid, die Lärmrichtlinien streng anzusetzen, traf der Gesamtstadtrat. Stadtpräsident Thomas Scheitlin: «Wir hätten SRF mit der Spendenaktion gerne in St.Gallen gehabt, aber wir haben auch eine Verpflichtung gegenüber unseren Stadtbewohnern und deren Ruhebedürfnis.»

Die Stadt teilte den Radioleuten ihre Konditionen im März mit, worauf sich diese auf die Suche nach einem Ersatzstandort machten. Nun wird «Jeder Rappen zählt» seinen Glaspavillon dieses Jahr wieder in Luzern aufstellen, wie 2011 und 2012.

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