Neue Deponiestandorte gesucht

Im Steinachtobel soll unter anderem eine geplante Grossdeponie entstehen. (Jonny Schai)
ST.GALLEN. Der Kanton St.Gallen hat am Donnerstag über den Stand der Deponieplanung orientiert: Seit 2010 wurden 200 mögliche Standorte überprüft, inzwischen sind einzelne Projekte weiter konkretisiert worden. Zu reden geben dürfte unter anderem eine geplante Grossdeponie im Steinachtobel.
05. Februar 2015, 12:24
Die Suche nach Standorten für Deponien sei "nicht gerade ein einfaches Problem", sagte der St.Galler Bauchef Willi Haag vor den Medien. Auch wenn es sich um unverschmutzten Aushub handle. Fast immer seien von den Plänen private Eigentümer betroffen, die Erschliessung sei schwierig, es entwickle sich Widerstand wegen der vielen Lastwagenfahrten.

Es gehöre aber zu dem Aufgaben des Kantons, für die Bauwirtschaft genügend Angebote bereitzustellen, betonte Haag. Zudem sei es sinnvoll, dass die Deponien auf das ganze Kantonsgebiet verteilt seien, damit die Lastwagen nicht durch den halben Kanton fahren müssten.

Bedarf ist ausgewiesen
An der Medienorientierung präsentierte Grafiken mit der jährlichen Nachfrage und den stetig sinkenden Kapazitäten zeigen, dass es in absehbarer Zeit überall im Kanton St.Gallen Bedarf für neue Deponien gibt. Seit 2010 wurde denn auch die Suche nach Alternativen intensiviert.

Rund 200 mögliche Standorte wurden inzwischen überprüft. Bisher konnten sechs neue oder erweitere Deponien in Betrieb genommen werden. Acht Standorte quer durch den ganzen Kanton werden weiter abgeklärt oder sind in den Gemeinden aufgelegt worden.

Elf weitere Standorte − unter anderem in Quarten, Oberbüren oder Häggenschwil − befinden sich noch in der Planung, sind aber zum Teil bereits im Richtplan eingetragen worden.

Grossdeponie Steinachtobel
Am dringendsten scheint der Bedarf in der Region St.Gallen-Rorschach zu sein − wegen der hohen Bautätigkeit, aber auch weil die grosse Deponie Tüfentobel voraussichtlich 2020 ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben wird.

Der Kanton verfolgt dort zwei Varianten: Angedacht ist eine zentrale Grossdeponie im Steinachtobel. Dafür müsste unter anderem eine Lösung für den Bach gefunden werden, der dort durchfliesst. Verschiedene Möglichkeiten seien denkbar, hiess es an der Medienkonferenz: Man könne die Steinach tiefer− oder höherlegen, sagte Christoph Heuberger, Deponieplaner im Amt für Umwelt und Energie.

Die Umweltverbände haben bereits Widerstand angekündigt. Die Alternative wären allerdings zehn bis zwanzig kleinere oder mittlere Deponien in der dichtbesiedelten Region St.Gallen-Rorschach. "Wir müssen die Probleme selber lösen", plädierte Haag. Der sich abzeichnende Notstand werde jetzt schon von der Bauwirtschaft moniert. (sda)

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