Kurt Felix hat genug

HAGENWIL. Kurt Felix sagt alle Medienauftritte ab und geniesst von nun an die wertvollste Zeit: Die Freizeit. Sagt er. Am Sonntag wird sein angeblich letztes Interview dieses Jahres auf TVO ausgestrahlt.

05. März 2009, 01:02
Yvonne Bugmann

Er möchte sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen und sich ganz seinem Privatleben widmen, sagt Fernsehlegende Kurt Felix. «Das ist mein letztes Fernsehinterview in diesem Jahr», betont er. «In dieser Sendung trete ich nur auf, weil ich Wolf Buchinger bereits vor zwei Jahren zugesagt habe.» Alle weiteren Einladungen habe er abgelehnt.

«Das ist eine wahnsinnige Ehre, das ist ungewöhnlich», freut sich Moderator Wolf Buchinger, der mit dem prominenten Gast das Interview für seine Sendung «WolfsMenschen» auf TVO führt. Statt der üblichen 28 Minuten dauert die Sendung 40 Minuten, was gemäss Buchinger «die längste Sendung aller Zeiten» beim Regionalsender ist, als «Hommage an Kurt Felix». Für die Aufnahme fuhren Kurt Felix und seine Frau Paola aufs Schloss Hagenwil bei Amriswil.

Geld verdienen

«Kurt Felix mag es, wenn man ihn reden lässt», verrät Buchinger vor der Aufnahme, «bei mir kann er das.» Und so ist es denn auch während der Sendung: Wolf Buchinger stellt ein paar Fragen, doch die meiste Zeit erzählt Kurt Felix Anekdoten aus seinem Leben. Der gebürtige Wiler machte eine Lehrerausbildung und nebenbei Radioreportagen. «Ich musste Geld verdienen», erklärt er. «Ich habe Hunderte von Radioreportagen gemacht und düste mit meinem Töffli in der ganzen Ostschweiz herum.»

Auch von seiner ersten Anstellung beim Schweizer Fernsehen beim Sport berichtet Kurt Felix: «Der Kameramann hatte keine Ahnung von Fussball», er habe es geschafft, während jedem der drei Goals, die es gegeben habe, die Kassette zu wechseln.

Den Durchbruch schaffte der 67-Jährige 1974 mit «Teleboy», dem Vorläufer von «Verstehen Sie Spass?». Ein paarmal engagierte er auch die Sängerin Paola del Medico für seine Sendung. Und einmal habe er gesagt: «Gellet Sie, Frau del Medico, mir hürotet emol.» Was als Scherz gemeint war, bewahrheitete sich bald. Seit 1980 sind die beiden verheiratet.

Privatleben an erster Stelle

Auch während der Aufnahmen beteuert Kurt Felix, dass er und Paola sich zurückziehen und nur noch ganz wenige Interviews geben wollen. «Wir wollen jetzt das Privatleben an die allererste Stelle setzen.» Es müsse eine Ablösung stattfinden, andere, jüngere Leute würden nun Fernsehen machen. «Freizeit ist die wertvollste Zeit, die es überhaupt gibt, das hatten Paola und ich nie», das solle sich nun ändern.

Kurt Felix kommt in Schwung, lacht, scherzt, erzählt aber auch Ernstes aus seinem Leben, wie etwa von seiner Krebserkrankung und seinem Umgang mit dem Alter und Altwerden. Als er hört, dass die 40 Minuten fast vorbei seien, fragt er schalkhaft: «Können wir nicht noch eine Sendung machen?» Somit bleibt für Fans die Hoffnung, dass sich Kurt Felix vielleicht doch noch nicht ganz aus den Medien zurückzieht.

«WolfsMenschen» mit Kurt Felix am 8. März ab 18 Uhr auf TVO, danach stündliche Wiederholung.

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