Joghurt als Export-Schlager

Käser Peter Egger exportiert in Zusammenarbeit mit der Thur Milch Ring AG jede Woche bis zu 4000 Joghurts aus dem thurgauischen Mettlen nach Konstanz. Jetzt sollen noch 6000 für den Raum München dazukommen.
31. Dezember 2008, 08:08
Stefan Borkert

Mettlen. Es riecht nach frischer Milch, Käse und Joghurt in der Mooser Chäsi Mettlen. Nebenan grunzen Sauen. Aus der Chäsi tritt Peter Egger, ein grosser Mann mit offenem Gesicht. Bald wird dieses Konterfei die Etiketten seiner Joghurts zieren. «Wir entwickeln gerade eine neue Marketingkampagne», sagt Angela Nägele, Geschäftsführerin von Agro Marketing Thurgau. Dann soll auch endlich Thurgauer Käse den süddeutschen Feinkostmarkt erobern. Denn mit dem Käse hat eigentlich alles angefangen, sagt Urs Schwizer, Geschäftsführer der Thur Milch Ring AG, und lacht.

Aus Jux wird ein Renner

Es war vor zwei Jahren, als die Idee geboren wurde, den Käse von Peter Egger in Konstanz zum Verkauf anzubieten. 2007 wurde der Käse und ein paar Joghurts bei einer Hausmesse des Vertriebs Fruchthof Konstanz vorgestellt. «Den Joghurt haben wir eigentlich nur aus Jux mitgenommen», sagt Urs Schwizer. Doch dieser Jux hatte es in sich. Denn nicht der Käse fand den meisten Zuspruch, sondern dieser Joghurt. Tests auf den Konstanzer Wochenmärkten verliefen ebenfalls positiv. Das Echo sei enorm gewesen, sagt Peter Egger. Angela Nägele ergänzt, dass man in Deutschland Schweizer Produkte mit hoher Qualität gleichsetze. Und hier habe man noch etwas Besonderes. Peter Eggers Joghurt wird nämlich aus der Milch von Kühen produziert, die im Mittelthurgau auf der Weide stehen. Gut 35 Höfe beliefern ihn regelmässig. Man habe zu Kundenevents in die Käserei von Peter Egger eingeladen und auch den einen oder anderen Milchproduzenten besucht. So könne man die Produktion des Joghurts selbst nachverfolgen.

Eigenes Rezept

Auch geschmacklich unterscheidet sich der Joghurt von Peter Egger von der Einheitsware in den Regalen der Supermärkte von Konstanz. Peter Egger bleibt zurückhaltend, was sein Rezept angeht. Er verrät nur soviel: Dass er ein mildes Joghurt herstelle mit einem niedrigen Zuckeranteil. Dafür schmecke man dann die Früchte besser.

Zwischen 2800 und 4000 Stück Joghurt fährt Egger jede Woche über die Grenze nach Konstanz, wo sie in den Regalen grosser Supermärkte angeboten werden. Agro Marketing Thurgau hat dazu das Marketingkonzept entwickelt. Die Partnerschaft mit dem Fruchthof Konstanz funktioniere gut, so Angela Nägele. Und der Erfolg des Joghurts hat neue Ideen keimen lassen. So sollen ab kommendem Jahr weitere Joghurts, gedacht wird an 6000 pro Woche, den Weg Richtung München finden. «Es gibt einen Markt dort für dieses Produkt», sagt Nägele. Der Preis sei natürlich höher als bei den normalen Joghurts, aber die Qualität rechtfertige ihn, und offensichtlich seien viele Deutsche bereit, für hochwertige Lebensmittel auch tiefer in die Tasche zu greifen.

Käse neu lancieren

Im Zusammenhang mit der Expansion des Joghurts haben Egger, die Thur Milch Ring AG und Agro Marketing Thurgau auch die Sache mit dem Käse wieder aufgenommen. Derzeit werden Strategien entwickelt, wie man Käse im Schlepptau des Joghurts nach Süddeutschland exportieren könnte. Doch spruchreif sei das noch nicht, so Urs Schwizer.


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