Getanzter ritueller Kampf

09. März 2014, 02:34

ST. GALLEN. Fünf Tänzerinnen und Tänzer treten sich auf einem weissen Quadrat gegenüber, umringt vom Publikum – eine Raumaufteilung, die an einen Boxring erinnert. Beobachtet von den Zuschauern treffen sich in diesem Kampffeld Frauen zu einem alljährlichen Ritual, ringen und kämpfen um den Siegerpreis – einen Bräutigam. Heute Sonntag um 19.30 Uhr in der Grabenhalle St. Gallen führt die Rotes-Velo-Tanzkompanie ihr neues Tanzstück «Uppercut» von Choreograph Exequiel Barreras auf. Fast alle Mitglieder der Kompanie Rotes Velo sind aktuell auch Mitglieder Tanzcompagnie des Theaters St. Gallen. Inspirationsquelle für «Uppercut» ist der Text «Ring-side» des preisgekrönten argentinischen Autors Daniel Veronese: in dem «Dorf von Blinden und noch Sehenden» findet ein alljährliches Kampfritual statt. Die Siegerin erhält als Preis einen Bräutigam. Das Kampffeld ist ein gleissend weisses Quadrat, das man nicht lange anschauen kann, ohne zu erblinden. Doch das Geschehen zieht alle Blicke auf sich… «Wir versuchen den Kampf in neue Bilder zu übersetzen. Wir wollen nicht nur die Brutalität zeigen, sondern gerade auch die Menschlichkeit», sagt Projektleiterin Hella Immler. (red.)


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