Sie helfen Ostschweizern

OHO ⋅ Zwei Beirätinnen der Weihnachtsaktion Ostschweizer helfen Ostschweizern kommen aus der Region Werdenberg. Ihre Motivation ist dieselbe, doch ihre Hintergründe sind unterschiedlich.

Katharina Brenner

Katharina Brenner

Ursula Wegmann aus Oberschan ist seit der ersten Stunde mit dabei. Seit zwölf Jahren ist sie im Beirat der Spendenaktion Ostschweizer helfen Ostschweizern (OhO). Der ehemalige OhO-Vizepräsident Silvan Lüchinger hatte sie angefragt. «Er kannte eine Klientin von mir; ich arbeitete damals bei Pro Senectute in Altstätten als Leiterin Haushilfe/Hauspflege», erinnert sich Wegmann.

Sie erlebte mit, wie sich OhO zu einem Erfolgsprojekt entwickelt hat. Im vergangenen Jahr ist eine Rekordsumme von über 1,3 Millionen Franken eingegangen. Damit wurden über 1300 Gesuche erfüllt. Der Beirat, der sie bearbeitet, zählt 15 Mitglieder. Zwei kommen aus der Region Werdenberg, die anderen aus Städten und Gemeinden im Kanton St. Gallen, aus dem Thurgau und den beiden Appenzell. Und jedes Mitglied hat einen anderen Hintergrund.

«Ich habe immer Freiwilligenarbeit geleistet aus Interesse am Mitmenschen», sagt Ursula Wegmann. Mit ihrem Wissen und Tun könne sie bei OhO Gutes bewirken. In den Monaten November und Dezember bearbeiten die Beiräte jeweils die eingegangenen Gesuche. Ein Schicksal, das sie besonders bewegt habe, möchte Ursula Wegmann nicht hervorheben. «Mich berühren alle Gesuche, denn dahinter sind Menschenschicksale.»

Expertin für landwirtschaftliche Fragen

Die zweite Beirätin aus der Region ist Barbara Dürr. Die Kantonsrätin aus Gams war zehn Jahre lang Präsidentin des St. Galler Bäuerinnenverbands, bis Februar dieses Jahres. Über dieses Amt ist sie vor acht Jahren zu OhO gekommen. «Es liegt auf der Hand, dass ich von Kollegen gefragt werde, wenn es um Gesuche aus dem landwirtschaftlichen Umfeld geht», sagt Dürr. Durch den Austausch mit den anderen Beiräten habe sie viel gelernt über die Arbeit der Sozialämter und ähnlicher Institutionen.

Für OhO engagiere sie sich, weil sie von der Idee, bedürftigen Menschen in der Nähe zu helfen, überzeugt sei. Neben der materiellen Hilfe sei es eine Motivation für die Spendenempfänger, sich wieder aufzurappeln und weiter Mühe zu geben. «Gerade wenn ich jungen Menschen in der Ausbildung Geld zuspreche, lasse ich durchblicken, dass da jemand ist, der an sie glaubt.»

Gesuche von Familien oder Einzelpersonen, die es trotz grossem Einsatz nicht schaffen, mehr als das Existenzminimum zu verdienen, bewegten sie besonders. «Es sind Menschen, die keine gute Ausbildung haben, psychisch oder physisch nicht in der Lage sind, mehr zu leisten oder durch verschiedene Umstände mit Mitte 50 den Job verloren haben.»

Grössere Beträge werden im Plenum besprochen

Gesuche, bei denen sie sich nicht sicher ist, ob sie unterstützungswürdig sind, oder Bitten um grössere Beträge bespricht Barbara Dürr mit den anderen Beiräten. Manchmal seien sie unterschiedlicher Meinung, aber es herrsche immer eine wohlwollende, konstruktive Stimmung.

Besonders die Direktgesuche müssten sorgfältig abgeklärt werden. Diese reichen die Betroffenen eigenständig ein im Gegensatz zu Gesuchen, die von Institutionen eingereicht werden. Hinzu kommen die Beiratssitzungen in St. Gallen. Barbara Dürr sagt, sie investiere gerne Zeit in OhO, damit die Spenderinnen und Spender sicher sein können, dass ihre Spende sinnvoll verwendet wird. Die engagierte Gamserin fasst ihren Einsatz wie folgt zusammen: «Wenn wir ein kleines Licht weitergeben, strahlt immer ein bisschen Wärme zurück.»

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