Rorschach hilft Ostschweizern

OHO ⋅

Katharina Brenner

Katharina Brenner

katharina.brenner@tagblatt.ch

Die Beiräte der Spendenaktion Ostschweizer helfen Ostschweizern (OhO) kommen aus den Kantonen St. Gallen, Thurgau und den beiden Appenzell. Der Rorschacher Stadtrat Rolf Deubelbeiss ist einer von ihnen.

Rolf Deubelbeiss, seit wann sind Sie OhO-Beirat?

Ich bin jetzt bereits im fünften Jahr mit dabei.

Wie sind Sie zu OhO gekommen?

Ein Vorstandsmitglied hat mich angefragt. Ich kannte die Aktion bereits und musste nicht lange überlegen. Ich finde OhO eine sehr gute Sache. Es ist schön, dass wir mit der Aktion vor Ort helfen und die Spenden in der Region bleiben. Die Schweiz hat ein sehr gut ausgebautes soziales Netz, aber es gibt Menschen, die durch die Maschen dieses Netzes fallen.

Gibt es Schicksale, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?

Ich beschäftige mich vor allem mit Gesuchen aus dem Frauenhaus. Das ist mein Zuständigkeitsbereich. Jede Geschichte für sich betrachtet, ist eine Tragödie. Umso bedeutender ist es, dass wir helfen.

Warum fallen Gesuche aus dem Frauenhaus in ihren Zuständigkeitsbereich?

Ich komme aus Rorschach, das Frauenhaus ist in St. Gallen. Es gibt den Grundsatz, dass Beiräte keine Gesuche bearbeiten, die aus ihrem eigenen Gebiet kommen. Auf diese Weise wird garantiert, dass Beiräte die Gesuche unbefangen bearbeiten.

Haben Sie manche Schicksale weiter verfolgt?

Es sind Dankesschreiben bei uns eingegangen, die zeigen, dass unsere Hilfe nachhaltig ist. Das freut mich sehr. Und durch die Zusammenarbeit mit den Sozialstellen bleibt ein gewisser Austausch bestehen.

Sie sind pensionierter Lehrer. Profitieren Sie im Beirat von Ihrer Berufserfahrung?

Uns erreichen viele Gesuche von Familien mit Kindern. Da ich lange Lehrer war, bin ich sensibilisiert für Fragen, die Kinder und Jugendliche betreffen.

Kommt es vor, dass der Beirat Gesuche ablehnen muss?

Ja, das kommt immer wieder vor. Manche Gesuche erfüllen die Bedingungen nicht.

Welche Kriterien müssen erfüllt sein?

Nachhaltigkeit ist für uns ein sehr wichtiges Kriterium. Und bei der Bewilligung von Gesuchen habe ich immer auch die Spender im Blick. Denn ich muss ihnen gegenüber verantworten können, dass ich das Geld in ihrem Sinne einsetze.

Sind sich die Beiräte immer einig?

Es kommt auch mal zu Diskussionen. Das ist ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass wir unsere Arbeit ernst nehmen und die Gesuche gründlich bearbeiten.

Wie zeitintensiv ist die Arbeit als OhO-Beirat?

Bei einigen Gesuchen stehen Sozialstellen mit einem Verantwortlichen dahinter. Bei den Privatgesuchen ist es schwieriger. Sie sind sehr zeitintensiv. Diese Fälle bespreche ich häufig mit den anderen Beiräten. Während der diesjährigen Spendenaktion haben mich bereits über 150 private Gesuche erreicht.

Inzwischen haben Ostschweizer und Ostschweizerinnen über 970 000 Franken für OhO gespendet. Wie erklären Sie sich den Erfolg der Weihnachtsaktion?

Die Spenderinnen und Spender wissen, dass es auch hier Menschen gibt, die Not leiden. Und sie wissen, dass ihr Geld an Bedürftige in der Ostschweiz geht. Der Gedanke von Solidarität in der Region spielt eine zentrale Rolle.

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