Ostschweizern helfen

Walter Hess ist einer von 15 Beiräten der Weihnachtsaktion «Ostschweizer helfen Ostschweizern». Bei der Bewilligung von Gesuchen profitiert er von seiner Zeit als Gemeindepräsident von Oberriet.

Interview: Katharina Brenner

Die Spendenaktion «Ostschweizer helfen Ostschweizern» (OhO) läuft auf Hochtouren. Die Beiräte, die die Gesuche bearbeiten, kommen aus den Kantonen St.Gallen, Thurgau und den beiden Appenzell. Der langjährige Gemeindepräsident von Oberriet, ehemalige Lehrer und Alt-Nationalrat Walter Hess ist einer von ihnen.

Walter Hess, seit wann sind Sie OhO-Beirat? Ich bin im fünften Jahr Beirat. Wie sind Sie damals zur Spendenaktion gekommen?
Ich wurde vom Vizepräsidenten der Stiftung persönlich angefragt.

Aus welchen Gründen engagieren Sie sich für OhO?
Ich habe in meinem Leben sehr viel Glück gehabt. OhO gibt mir die Möglichkeit, Menschen zu helfen, die dieses Glück nicht haben. Es gibt so viel unverschuldete Not.

Ist Ihnen während Ihrer Zeit als Beirat ein Gesuch in besonderer Erinnerung geblieben?
Es bleiben mir oft recht viele Gesuche in Erinnerung. Aber ich versuche stets, mich auf die neuen Gesuche zu konzentrieren.

Haben Sie bestimmte Schicksale weiterverfolgt?
In der Regel verfolge ich die Schicksale nicht weiter, da dies bei der Fülle der Gesuche, die jeder Beirat bearbeiten darf, kaum möglich ist. Der einzelne Beirat bleibt für den Gesuchsteller grundsätzlich anonym – es kam aber schon vor, dass ich bei etlichen Rückfragen beim Gesuchsteller bekannt wurde. Da wurde ich dann während längerer Zeit über das weitere Schicksal dankend informiert.

Sind Sie als Beirat für einen bestimmten Bereich zuständig?
Nein – aber da ich früher als Gemeindepräsident tätig war, kenne ich die Zuständigkeit der kommunalen Sozialhilfe recht gut, sodass bei einschlägigen Fragen meine Meinung gefragt ist.

Ist sich der Beirat stets einig oder gibt es auch Diskussionen?
Ja, es gibt auch mal Diskussionen und Rückfragen zu einzelnen Gesuchen. Das zeigt, dass wir mit den Gesuchen sorgfältig umgehen und unserer Arbeit ernst nehmen.

Wie zeitintensiv ist die Arbeit als OhO-Beirat?
Das ist sehr unterschiedlich, je nachdem ob die Gesuche vollständig und gut begründet sind. Im Durchschnitt wende ich pro Woche circa zehn bis fünfzehn Stunden für die Spendenaktion auf.

Ostschweizerinnen und Ostschweizer haben während der diesjährigen Weihnachtsaktion bereits über eine Million Franken für OhO gespendet. Und es können weiterhin Spenden eingehen. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?
Die Spenderinnen und Spender wissen, dass sie mit ihrem Geld Menschen in der Region helfen können. Und sie schätzen an OhO ausserdem, dass der Verein keinen Wasserkopf hat. Die Spenderinnen und Spender sehen, dass ihr Geld eins zu eins bei Menschen in Not hier in der Ostschweiz ankommt.


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