«Ein Geschenk in der Not»

Die diesjährige Weihnachtsaktion Ostschweizer helfen Ostschweizern (OhO) ist gestartet. Vereinspräsidentin Nadine Knecht sagt, OhO finde Zuspruch, weil die Hilfen direkt und unbürokratisch und für Menschen aus der Region erfolgten.

Welche Erwartungen haben Sie für die diesjährige Spendenaktion?

Ich erwarte, dass wir wiederum vielen Ostschweizerinnen und Ostschweizern Licht ins Dunkel bringen können. Es gibt auch in unserer Region mehr notleidende Menschen, als die meisten denken oder wissen. Die Not ist in unserem Land eher versteckt, drängt darum viele Betroffene in die Einsamkeit. Und ich hoffe auf spendenfreudige Ostschweizer. Jede Aktion, jede einzelne Spende freut uns.

Wem kommen die Spenden zugute?

Die Unterstützung ist als Weihnachtsgeschenk zu verstehen. Das Geschenk in der Not geht an Familien oder Einzelpersonen. Mit einem finanziellen Zustupf bieten wir eine konkrete Unterstützung: beispielsweise für eine Familie, die aufgrund einer unheilbaren Krankheit des Vaters ein Auto mit Rollstuhl-Verlad benötigt. Ein Geschenk kann auch alltägliche Gegenstände beinhalten wie eine Winterjacke, eine Matratze – oder es ist einfach ein Batzen, damit eine alleinerziehende Mutter sich und ihren Kindern einen Weihnachtsbaum kaufen kann.

Die Spendensumme betrug in den letzten Jahren jeweils über eine Million Franken. Worauf führen Sie dieses erfreuliche Ergebnis zurück?

Das Bewusstsein, dass auch Menschen in der Region – oder gar in der Nachbarschaft – Hilfe benötigen, ist gewachsen. OhO findet Zuspruch, weil Hilfen direkt und unbürokratisch geboten werden.

Nimmt die Zahl der Gesuche zu?

Ja, mit steigender Bekanntheit von OhO wächst die Anzahl von Jahr zu Jahr. Über 1300 Gesuche wurden 2015 gutgeheissen. Sie können von Sozialämtern, Hilfswerken oder direkt von Privatpersonen eingereicht werden und müssen eine konkrete Unterstützung beschreiben. Die Eingabefrist läuft noch bis zum 30. November 2016.

Wer prüft die Anträge und wer trägt den Verein?

Jedes Gesuch wird von einem der 15 Mitglieder des ehrenamtlich tätigen Beirates geprüft und entschieden. Der Verein wird vom St.Galler Tagblatt, seinen Regionalausgaben, von Radio FM1 und dem Ostschweizer Fernsehen TVO getragen. Sie übernehmen einen Grossteil der administrativen Kosten. Deshalb ist es möglich, den Spendenfranken fast eins zu eins an die Bedürftigen weiterzugeben. (Bs.)


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