Tagblatt Online, 12. März 2010 16:50:00
Formel 1-Saison: Start in der Wüste
Formel-1-Start
Adrian Sutil (Force India), hier vor Renaults Robert Kubica, überraschte im ersten Training mit der Bestzeit. (Bild: Bild: Keystone)
AUTOMOBIL. Am Sonntag startet die Formel 1 mit dem GP von Bahrain in ihre 60. Saison. 41 Fahrer und 12 Teams kämpfen um den Weltmeistertitel 2010, darunter der Schweizer Sébastien Buemi.
Sandra Schweizer Csillany
Die Formel 1-Saison 2010 steht unmittelbar bevor. 19 Grand Prix werden ausgetragen, der erste am 14. März in Bahrain, der letzte am 14. November wieder im Nahen Osten, in den vereinigten Arabischen Emiraten.Formel-1-Welt blickt auf «Schumi»
Aus Schweizer Sicht interessant ist das Abschneiden des Schweizer Rennfahrers Sébastien Buemi, der für die Scuderia Toro Rosso-Ferrari fährt. Er dürfte aber kaum Aussichten auf den Championtitel haben. Die Augen sind vielmehr auf den ehemaligen Ferrari-Piloten und siebenfachen Weltmeister Michael Schumacher gerichtet. Dieser gibt sein Comeback und fährt im Team Mercedes um den Weltmeister-Titel. Chancen werden auch den Briten Jenson Button, aktueller Weltmeister, und Lewis Hamilton, Champion 2008, zugerechnet. Das erste Training im Wüstenstaat hat allerdings keiner der Favoriten für sich entschieden, sondern Adrian Sutil auf Force India-Mercedes.
Der «David» unter den Rennställen
Unter den 12 Rennställen mischt neu auch wieder der Schweizer Peter Sauber mit. Vor vier Jahren war er abgetreten, nun ist der 66-Jährige als Teamchef von BMW Sauber zurück. Für den «David» unter den Rennställen fahren der erfahrene Spanier Pedro de la Rosa und der junge Draufgänger Kamui Kobayashi aus Japan.
Kein Nachtanken, neue Punkte
Neuerungen gibt es auch im Reglement. Das Nachtankverbot bedeutet für die Piloten eine Herausforderung, müssen sie doch mit der getankten Menge Sprit bis ins Ziel über die Runden kommen. Das Spritvolumen steigt laut «Motorsport-magazin.com» im Heck von 120 auf bis zu 230 Liter, die länger gewordenen Autos wiegen am Start nun 780 Kilogramm. Vor allem aber verändere sich die Balance der Boliden mit abnehmender Spritmenge über die 300-Kilometer-Distanz, was ein deutlich anderes Fahrverhalten mit sich bringe, schreibt das Magazin.
Erstmals seit 2003 wird auch das Punktesystem geändert. Der Punkteschlüssel 25-18-15-12-10-8-6-4-2-1 für die ersten Zehn des Rennens soll grössere Chancen für kleinere Teams bieten.
Keine Sektdusche
Das erste Rennen in der «Königsdisziplin des Motorsports» findet mitten in der Wüste statt, im Bahrainischen Sakhir. Es ist ein Rennen, dass wegen der extremen Bedingungen hohe Anforderungen an Fahrer und Techniker stellt: 2004 platzten angeblich wegen Sand den McLaren-Mercedes-Fahrern Kimi Räikkönen und David Coulthard die Motoren. Weniger extrem wird gefeiert: Der Gewinner muss auf die Sektdusche verzichten; stattdessen versprühen die islamischen Gastgeber zu Ehren des Siegers Rosenwasser.
- Der GP von Bahrain
Der Grosse Preis von Bahrain wird dieses Jahr zum siebten Mal ausgetragen. Der Circuit wurde vom deutschen Architekten Hermann Tilke gebaut. Das Rennen findet in der Wüste statt. Probleme sind vorprogrammiert: Hitze, Sand- und Staubpartikel machen Getriebe, Motor und Bremsbelägen zu schaffen. Regen wird dafür kaum zum Thema werden: Im Wüstenstaat fällt im Durchschnitt nur an drei bis fünf Tagen im Jahr Regen. Den grossen Preis von Bahrain gewannen bisher 2004 Michael Schumacher, 2005 Fernando Alonso, 2006 Michael Schumacher, 2007 Felipe Massa, 2008 Robert Kubica und 2009 Jarno Trulli. (ss)
- Der Grosse Preis von Bahrain auf SF2
13. März 2010, 14.55-16.06 Uhr, Formel 1: GP Bahrain-Qualifying aus Bahrain
14. März 2010, 12,30-14.50 Uhr, Formal 1: GP Bahrain aus Bahrain
| Die Fahrer und ihre Teams |
| McLaren-Mercedes: Jenson Button, Lewis Hamilton, Gary Paffett |
| Mercedes GP-Mercedes: Michael Schumacher, Nico Rosberg, Nick Heidfeld |
| Red Bull Racing-Renault: Sebastian Vettel, Mark Webber, Daniel Ricciardo, Brendon Hartley |
| Ferrari: Felipe Massa, Fernando Alonso, Giancarlo Fisichella, Luca Badoer, Marc Gené |
| Williams-Cosworth: Rubens Barrichello, Nico Hülkenberg, Valtteri Bottas |
| Renault: Robert Kubica, Vitaly Petrov, Ho-Pin Tung, Jérôme D'Ambrosio, Jan Charouz |
| Force India-Mercedes: Adrian Sutil, Vitantonio Liuzzi, Paul Di Resta |
| Scuderia Toro Rosso-Ferrari: Sébastien Buemi, Jaime Alguersuari Jr., Daniel Ricciardo, Brendon Hartley |
| Lotus Racing-Cosworth: Jarno Trulli, Heikki Kovalainen, Fairuz Fauzy |
| HRT F1 Team Cosworth: Karun Chandhok, Bruno Senna |
| BMW Sauber F1 Team-Ferrari: Pedro de la Rosa, Kamui Kobayashi |
| Virgin Racing-Cosworth: Timo Glock, Lucas Di Grassi, Andy Stock, Luiz Razia |
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