Zur Mobile-Ansicht wechseln
Tagblatt Online
23. September 2016, 14:29 Uhr

Weniger Geld für VW-Verwaltungsräte

Die Verwaltungsräte von Volkswagen haben infolge des Dieselskandals im 2015 mehr gearbeitet und weniger verdient. Das ist eines der Ergebnisse der Verwaltungsratsstudie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Generell seien die Anforderungen an die Kontrollgremien der deutschen Unternehmen wegen neuer Gesetzgebungen gestiegen und damit auch die Zahl der Sitzungen, heisst es in der am Freitag vorgestellten Studie.

"Von dem Trend viermal im Jahr haben wir uns entfernt, die Sitzungen finden nun deutlich häufiger statt", sagte Jella Benner-Heinacher, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Vereinigung.

Das galt wegen der Krise für VW im Besonderen: die Zahl der Sitzungen verdoppelte sich 2015 mit 35 im Vergleich zum Vorjahr nahezu. Dabei rentierte sich der Mehraufwand für die Gremiumsmitglieder finanziell nicht. Sie verdienten mit insgesamt 700'000 Euro rund 94 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor.

Denn ein grosser Teil der Vergütung ist bei den Wolfsburgern an die Dividende gekoppelt. VW hatte diese wegen des Skandals um Dieselfahrzeuge mit manipulierten Abgaswerten aber auf nur wenige Cent je Aktie gekürzt.

Kritik an Verknüpfung mit Dividende

Die Schutzvereinigung sieht die Dividende als Bestandteil der Vergütung ohnehin kritisch. Gerade in Krisenzeiten sei die Dividende als Motivationsanreiz sicherlich das falsche Instrument, denn da seien die Aufseher schliesslich besonders gefordert. Zudem gebe es einen Interessenskonflikt, da das Gremium die Dividende abnicken muss.

Generell stieg die Vergütung der Verwaltungsräte der im Börsenindex Dax geführten Unternehmen im vergangenen Jahr. Ohne den Sondereffekt VW verdienten die Kontrolleure der restlichen 29 Dax-Unternehmen knapp sechs Prozent mehr als im Jahr davor.

Neuer einflussreichster Kontrolleur ist der ehemalige Henkel-Chef Ulrich Lehner. Er steht den Gremien bei Deutsche Telekom und ThyssenKrupp vor. Der Vorjahres-Erste, Ex-Bayer-Chef Werner Wenning, rutschte hingegen auf Platz Sechs des Rankings ab, da er sein Mandat beim Versorger E.ON abgegeben hat.

Ein echter Aufsteiger ist der ehemalige SAP -Finanzchef Werner Brandt. Sein Wechsel an die Spitze des Verwaltungsrats bei RWE und der Dax-Aufstieg von ProSiebenSat.1, wo er seit 2014 ebenfalls den Vorsitz hat, katapultierte ihn an Platz Zwei der Liste. (sda/reu)



Kommentar schreiben

Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie eine entsprechende Benachrichtigung.

(maximal 950 Zeichen)

* Pflichtfeld

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben.

Die Redaktion sichtet die Leserkommentare und schaltet sie frei. Wir behalten uns vor, Beiträge nicht zu publizieren (s. AGB). Am meisten Chancen haben Kommentare, die direkt auf einen Artikel eingehen. Beiträge mit ehrverletzenden, rassistischen oder unsachlichen Äusserungen publizieren wir nicht. Der Korrespondenzweg ist ausgeschlossen.

  • Für registrierte Nutzer

  • Für nicht registrierte Nutzer

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzuschicken.





mecxx (23. September 2016, 19:30)
......haben weniger VERDIENT

Diese Taugenichtse haben überhaupt nichts VERDIENT. Für den Skandal sollte man sie mit dem persönlichen Vermögen haftbar machen.

Beitrag kommentieren

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

Ostschweizer Trauerportal

tagblatt.ch / leserbilder

FACEBOOK.COM /TAGBLATT