UPC stellt analoges Radio allmählich ab

TELEKOM ⋅ Die Kabelnetzbetreiberin UPC will das analoge Radio in den nächsten Jahren abschalten. Der neue digitale Standard DAB+ solle Schritt für Schritt die UKW-Übertragung im Kabelnetz ablösen, teilt die ehemalige Cablecom auf einer verborgenen Homepage mit.

Aktualisiert: 
23.11.2016, 18:00
23. November 2016, 16:52

Die Kunden müssen ein neues Empfangsgerät kaufen oder den Fernseher einschalten, um weiterhin Radio zu hören. Berichtet hat über den Fall die "Handelszeitung" am Mittwoch, nachdem in Internetforen bereits früher die Diskussionen darüber entbrannt waren.

"Als erste Region in der Schweiz führen wir die Umstellung in ausgewählten Quartieren der Stadt Luzern durch. Die betroffenen Kundinnen und Kunden werden schriftlich informiert", schreibt UPC. Am (morgigen) 24. November 2016 werde in den entsprechenden Quartieren von Luzern das UKW-Signal via Kabel abgeschaltet.

Dabei handle es sich um ein Pilotprojekt, bei dem die Umstellung auf DAB+ getestet werde, sagte UPC-Sprecherin Sarah Nettel gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Betroffen davon seien ungefähr 1000 Kunden. "Wir ordnen derzeit quasi unser Netz neu", sagte Nettel. Grund dafür seien neue Technologien, die über das Kabelnetz laufen, wie Digital-TV. Wann die Umstellung schweizweit erfolgt, ist noch nicht klar.

Antenne oder TV als Alternative

Für den weiteren Empfang der über DAB+ verbreiteten Sender müssen die betroffenen Kunden ein neues Radiogerät für 119 Franken bei UPC kaufen. Denn die gegenwärtig im Handel erhältlichen DAB+-Empfangsgeräte seien aus technischen Gründen für den Empfang im UPC-Kabelnetz nicht geeignet.

UPC wirbt damit, dass DAB+ gegenüber UKW-Radio mehr Sender und eine bessere Tonqualität biete. Statt knapp 50 seien etwa 70 Radiostationen erhältlich. "Am TV-Senderangebot ändert sich durch die Aufschaltung von DAB+ im Kabelnetz nichts", schreibt die grösste Kabelnetzbetreiberin der Schweiz.

Wer nicht auf DAB+ umstellen wolle, könne weiterhin über eine Zimmerantenne UKW-Radio empfangen. Oder man schalte den Fernseher ein, der entweder über den Kabelnetz-Übertragungsstandard DVB-C oder ein TV-Empfangsgerät bis zu 200 Radioprogramme in die Wohnung bringe, hiess es.

Wer nicht auf das Radiohören über die eigene Stereoanlage verzichten will, kann diese mit einem Zwischengerät für den Empfang nachrüsten, wie die UPC-Sprecherin anfügte.

Laut den Plänen des Bundes soll in der ganzen Schweiz bis 2024 das analoge UKW-Signal komplett durch die digitale Technologie DAB+ ersetzt werden. Dies betrifft alle Radiohörer, nicht nur UPC-Kunden. Auch Autofahrer müssen umrüsten. (sda)


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