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Datenklau, 03. Februar 2010 09:24:00

Datenklau: Welche Banken sind betroffen?

Datenklau

Schäuble appelliert an Steuersünder (Archiv) Zoom

Finanzminister Schäuble rät Steuersündern, sich selber anzuzeigen. (Bild: Archivbild: Keystone)

BERLIN/BERN. Der Schweizer Finanzplatz gerät in der Steueraffäre mit Deutschland immer mehr unter medialen Druck. Zeitungen ziehen Tag für Tag neue Banken in den Strudel. Der deutsche Finanzminister rät Steuersündern zur Selbstanzeige.

«Ich kann nur jedem, der meint, dass er in der Vergangenheit Steuern hinterzogen haben könnte, den Rat geben, das Angebot in unserer Abgabenordnung zur Selbstanzeige zu nutzen», sagte Schäuble der «Augsburger Allgemeinen».

Schäuble verteidigte den geplanten Kauf gestohlener Bankkunden-Daten: «Die politische Entscheidung über den Umgang mit dem Datenangebot ist im Grundsatz schon vor zwei Jahren mit der Liechtenstein-CD gefallen. Diese Linie behalten wir bei.»

Er verwies darauf, dass in den fast 200 Prozessen nach der Liechtenstein-Affäre kein einziges Gericht die damals gekauften Kontodaten als Beweismittel verworfen habe. Ähnliche Geschäfte gehörten zum Alltag der Strafverfolgungsbehörden.

Von welcher Bank die Daten gestohlen wurden, lässt Schäuble wohlweisslich offen, um möglichst viele Steuersünder zu verunsichern. Nach der UBS wurden von Zeitungen der Schweizer Ableger der britischen HSBC und die Credit Suisse genannt.

Die «Financial Times Deutschland» brachte mittlerweile auch Julius Bär ins Spiel. Ein Ex-Manager der Bank habe Dokumente den Behörden kostenlos zur Verfügung gestellt. Über diesen Fall war in Schweizer Medien allerdings bereits 2008 die Rede.

Gemäss der Zeitung kursieren also mehrere Datensätze von Schweizer Banken bei deutschen Steuerfahndern oder seien angeboten worden. Statt wie berichtet fünf Datensätze seien bereits mehrere Dutzend erfolgreich ausgewertet worden. (sda)







Leser-Kommentare:
2 Beiträge

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Freidenkender (04. Februar 2010, 11:21)
Hoffnung auf viele Selbstanzeigen

Der deutsche Staat wird über Selbstanzeigen sicher einiges Geld in seine leeren Staatskassen spülen können. Allerdings dürften diese Beträge auch nicht überbewertet werden. Mit den Datenherausgaben an die USA wurde das Vertrauen in das schweiz. System von den Investoren schon arg erschüttert und die fetten Fische haben ihr Geld schon längst an sicherere Destinationen wie Singapur oder Hong Kong verschoben, wo am Bankgeheimnis, zumindest derzeit, noch nicht gerüttelt wird. Die jüngsten Ereignisse werden diese Kapital-Verschiebungen noch massiv fördern.

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Freidenkender (04. Februar 2010, 10:36)
Alles wahrscheinlich nur eine Finte

Ich glaube je länger je weniger daran, dass tatsächlich solche Datensätze existieren. Das ganze erscheint je länger je mehr als eine Finte der deutschen Regierung, grosse Unsicherheit zu schaffen um damit möglichst viele zur Selbstanzeige zu bewegen.

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