Sportanlässe bestimmen Konjunkturzyklus

KONJUNKTUR ⋅ Die Reduktion der Wachstumsprognose für das laufende Jahr ist vor allem auf Sondereffekte zurückzuführen. Das sagt nach dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) nun auch die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF )
05. Oktober 2017, 12:07

Bei jeder Prognose werden die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum dieses Jahr weiter hinunter geschraubt. Die KOF rechnet neu mit einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von noch 0,8 Prozent, wie sie am Donnerstag mitteilte. Im Juni war noch von 1,3 Prozent die Rede, vor genau einem Jahr rechnete die KOF gar noch mit 1,8 Prozent.

Der Aufschwung wurde nicht nur von den Ökonomen der KOF, sondern auch von jenen des SECO vertagt. Düsterer als erwartet sei die Prognose, weil ein Sondereffekt die Wachstumszahlen für das Wintersemester 2016/17 dämpft, sagte KOF-Direktor Jan-Egbert Sturm am Donnerstag vor den Medien.

Dahinter steht eine neue BIP-Berechnungsmethode, die die Branche "Unterhaltung und übrige Dienstleistungen" neu mitberücksichtigt.

Während internationalen Fussball-Meisterschaften und olympischen Spielen profitiere die Schweiz von TV-Übertragungsgebühren, die über die Fifa und das Internationale Olympische Komitee (IOC) ins Land fliessen, erklärt Sturm.

"Sportanlässe bestimmen den Konjunkturzyklus", fügte Sturm hinzu. Ohne diesen Sondereffekt würde die KOF für dieses Jahr mit einem Wachstum von 1 Prozent rechnen und für das nächste Jahr mit 2 Prozent. Nächstes Jahr erwartet die KOF mit der neuen Berechnung aber ein Plus von 2,2 Prozent - die Fussballweltmeisterschaft in Russland wird die Konjunktur zusätzlich ankurbeln. (sda)


Leserkommentare

Anzeige: