Kahlschlag bei Ex Libris: Neun Ostschweizer Filialen machen dicht

ABBAU ⋅ Die Migrostochter Ex Libris baut jede dritte Stelle ab und schliesst drei Viertel aller Filialen. Stark betroffen sind die Kantone St.Gallen und Thurgau, in denen neun Geschäfte vor dem Aus stehen. Künftig will Ex Libris eine Online-Händlerin mit dem Fokus auf Büchern sein.
10. Januar 2018, 13:34
Ex Libris beschäftigt heute rund 330 Personen und betreibt 57 Filialen. In einem Jahr werden es noch 215 Arbeitsplätze und 14 Filialen sein, wie die Migros am Mittwoch mitteilte. Gemäss Mitteilung hat Ex Libris gemeinsam mit dem Kaufmännischen Verband und der Personalkommission einen Sozialplan mit flankierenden Massnahmen erarbeitet. Ex Libris versuche zudem auch, den betroffenen Angestellten innerhalb und ausserhalb der Migros-Gruppe eine Stelle zu vermitteln.

Künftig wird Ex Libris laut eigenem Bekunden noch an folgenden Standorten Präsenz markieren:
  • Aarau
  • Basel Centralbahnplatz
  • Bern Bahnhof
  • Glattzentrum, Wallisellen
  • Lenzopark, Lenzburg
  • Lyss
  • Pizolpark, Mels
  • Rapperswil
  • Sursee
  • Illuster, Uster
  • Wil
  • Zürich Bahnhofplatz
  • Zürich Limmatplatz
  • Zürich Oerlikon

Keine Zukunft gibt es demnach für folgende Ostschweizer Filialen: St.Gallen; Arbon; Amriswil; Frauenfeld; Gossau; Haag; Rorschach; St.Margrethen; Weinfelden;


"Aggressiver Preiskampf"

Die Migros begründet die drastische Massnahme mit dem Strukturwandel in der Branche. So spüre auch Ex Libris den Preiszerfall durch die Frankenstärke und den aggressiven Preiskampf der internationalen Online-Konkurrenz, heisst es in der Mitteilung. Das trifft insbesondere den stationären Handel. Für das Geschäftsjahr 2017 meldet Ex Libris für die Filialen einen erneuten Umsatzeinbruch um 15 Prozent. Der Online-Shop von Ex Libris dagegen hat die Verkäufe um 8 Prozent steigern können.

Aufgrund dieser anhaltenden Umwälzung hat Ex Libris bereits in den letzten Jahren den stationären Handel zurück- und den Onlineshop hochgefahren. Seit 2010 hat die Medienhändlerin bereits 60 Filialen geschlossen. Der Online-Shop macht heute bereits über die Hälfte des Gesamtumsatzes aus.
 

Einbussen nicht kompensiert

Die bis jetzt eingeleiteten Massnahmen reichen laut Migros jedoch nicht aus. Das gut laufende Online-Geschäft habe die Einbussen im stationären Geschäft nicht kompensieren können, heisst es in der Mitteilung. Mit dem Abbau des grössten Teils des Filialnetzes solle Ex Libris auf ein gesundes Fundament gestellt werden.

Künftig will sich das Unternehmen auf den Online-Handel konzentrieren. An 14 Filialen und damit an der so genannte Omni-Channel Strategie hält Ex Libris jedoch fest, um als Marke in der Öffentlichkeit weiterhin präsent zu bleiben und vor allem nach wie vor Anlaufstellen für die Kundschaft zu haben.

Bei den Produkten will sich Ex Libris wieder verstärkt als Buchhändlerin präsentieren. Im Gegensatz zu Filmen, Musik und Spiele wächst nämlich laut Ex Libris der Absatz von Büchern wieder. (sda)

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