Jüngere Kräfte am Steuer

K+D ⋅ Stefan Kuhn legt die operative Leitung der Verpackungsfirma in die Hände seiner Nachfolger. Als Alleinaktionär und Verwaltungsratspräsident definiert er aber weiterhin die Strategie.
06. Dezember 2017, 05:22
Thomas Griesser Kym

Thomas Griesser Kym

Seit dem Jahr 1934 gehört die St.Galler Firma K+D der Familie Kuhn, und seit 23 Jahren obliegt Stefan Kuhn (53) die operative Geschäftsführung. Mit letzterem ist nun bald Schluss: Per 1. Januar verjüngt K+D ihre Geschäftsführung, und Kuhn konzentriert sich als Alleinaktionär und als exekutiver Verwaltungsratspräsident verstärkt auf die strategische Entwicklung der einzelnen Firmen und der ganzen Gruppe. Er übergebe die operative Leitung «bewusst frühzeitig an jüngere Kader mit K+D-Spirit», sagt Kuhn, dessen K+D AG mit gut 90 Mitarbeitenden an den beiden Standorten St.Gallen und Bern Kartonverpackungen für die Pharma- und die Kosmetikindustrie herstellt. Zur Gruppe gehören zudem die K+D Immo AG (Geschäftsimmobilien) und die K+D Valueinvest AG (Beteiligungen).

Konkret geht die Geschäftsführung per Anfang kommenden Jahres an Markus Naegeli (40) über, der ausserdem wie seit fünf Jahren weiterhin Marketing und Verkauf verantwortet. Ihm zur Seite stehen Ivo Kassel (40) als Co-Leiter, der seit 10 Jahren im Unternehmen aktiv ist, und Ruedi Kobelt, der auf 22 Dienstjahre zurückblickt. Um dieses Trio herum wird die Geschäftsleitung um Velibor Dragosav und René Koller erweitert, die beide schon ihre Lehre bei K+D absolviert haben. «Mit dieser proaktiven und zukunftsorientierten personellen Rochade wird eine bewusste Verjüngung der Geschäftsleitung durch langjährige und den Geschäftspartnern bereits bekannte K+D-Kader angestrebt», schreibt das Unternehmen. Urs Metzler (57) tritt nach 27 Jahren gesundheitsbedingt aus der Geschäftsleitung zurück und wird künftig in Projekten mitarbeiten.

Schutz vor gefälschten Medikamenten

Kuhn sagt, während seiner Zeit als Geschäftsführer habe K+D «kein einziges Verlustjahr» verbucht. Das Unternehmen bezeichnet sich als ein Schweizer Marktführer bei Pharma- und Kosmetikverpackungen. Die veredelten Kartonprodukte gelten als fälschungssichere Hochsicherheitsverpackungen. Besonders bei Medikamenten sind Sicherheitskennzeichen wichtig, um Gewissheit zu haben, dass die Arzneimittel echt sind und ob die Packung noch originalverschlossen ist. Laut K+D sind bereits 10 Prozent der global verkauften und 50 Prozent der online verkauften Medikamente Fälschungen, Tendenz steigend.

Zwischen 2015 und 2017 hat die K+D-Gruppe insgesamt über 30 Millionen Franken investiert. Das Geld floss in den Bau eines neuen, zehnstöckigen Büro- und Produktionsgebäudes an der Schuppisstrasse am Hauptsitz an St.Gallen, in neue Druck- und Stanzmaschinen, in den Digitaldruck usw. Die Wurzeln der K+D reichen zurück bis 1883. Damals wurde die Laemlin Cartonagen und Buchbinderei gegründet, die 1938 mit der Buchbinderei von Werner Kuhn fusionierte, was wiederum den Grundstein legte zur heutigen K+D AG. Unter diversen Übernahmen über die Jahre finden sich 1991 jene der Eidenbenz Druck AG in St.Gallen, 2004 jene der E. Suter AG in Liebefeld bei Bern oder 2007 jene des Geschäftsfeldes Verpackungen der Huber Print Pack AG in Frauenfeld. Im Folgejahr erreichte K+D erstmals einen Umsatz von 30 Millionen Franken.


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