Goldener David für die kleinen Grossen

AUSZEICHNUNG ⋅ Der erste Raiffeisen-Unternehmerpreis Ostschweiz geht an die Baufirma Koch AG aus Appenzell. Mit dem Publikumspreis wird die Bütschwil Käse AG ausgezeichnet. Die beiden Ostschweizer Betriebe konnten sich gegen insgesamt 62 Teilnehmer durchsetzen.
10. November 2017, 14:13
Stefan Borkert

Stefan Borkert

Für kleinere Unternehmen brauche es noch einen Preis, sagte Urs Gauch, Leiter des Departments Firmenkunden von Raiffeisen Schweiz. Gerade diese seien es schliesslich, die der Schweizer Wirtschaft Impulse geben und die Schweiz zu der Innovationskraft verhelfen, die sie habe. So entstand zunächst als Pilotprojekt der Raiffeisen-Unternehmerpreis Ostschweiz oder kurz Rupo, wie ihn Kurt Müller, Leiter des Raiffeisen-Unternehmerzentrums (RUZ) Gossau nannte. Und im RUZ sind gestern Abend auch die Preise verliehen worden.

Grosses Anliegen Umweltschutz

Die Koch AG aus Appenzell hat sich gegen 62 Mitbewerber, von denen sechs ins Finale kamen, durchgesetzt. Aus den Händen der Verwaltungsratspräsidentin der Goba AG, Gabriela Manser, konnten die drei Brüder Urs, Benno und Sascha Koch die Trophäe und das Preisgeld in Höhe von 10000 Franken entgegennehmen. Bei der Trophäe handelt es sich um einen goldenen David. «Wir zeichnen damit die so genannten Kleinen aus», sagte Gauch. Die Koch AG aus Appenzell ist im Strassen- und Tiefbau tätig und betreibt ein Kies- und Betonwerk sowie eine Aushub- und Kieswaschanlage. Umweltschutz ist dem Familienunternehmen ein grosses Anliegen. So wird der kieshaltige Aushub dank einer stationären Waschanlage bis zu 75 Prozent wiederverwertet, die Transporte massiv verringert und das Deponievolumen geschont. Das sorgt für eine umweltorientierte Ver- und Entsorgung von Baumaterial. Ausserdem ist ein Wasserkraftwerk in Bischofszell geplant. Urs Gauch hob besonders den Mut der drei Brüder zu neuen Lösungen hervor: «Mit der Koch AG haben wir eine Gewinnerin gefunden, die mit innovativen Ideen mehrere Mehrwerte schafft, nicht zuletzt auch für die Umwelt.»

Zusätzlich zum durch die Fachjury vergebenen Unternehmerpreis konnte die Öffentlichkeit per Internet im Vorfeld für ihren persönlichen Favoriten abstimmen. Und so durfte die Bütschwil Käse AG vor rund 300 Gästen den mit 5000 Franken dotierten Publikumspreis entgegennehmen.

Käse aus dem Toggenburg für die ganze Welt

Die Bütschwil Käse AG war ursprünglich eine traditionelle Käserei, fokussiert auf eine Sorte, den Appenzeller, und auf einen übersättigten Heimmarkt. Reto Güntensperger hat das Unternehmen mit der tatkräftigen Mithilfe seines Cousins Roman Egli neu ausgerichtet. Egli hat mittlerweile die Polizeiuniform ganz an den Nagel gehängt und zeichnet für den Verkauf verantwortlich. Mit innovativen Käseprodukten und einer eigenen Vermarktung wird in die ganze Welt exportiert, was Umsatzsteigerungen von 20 Prozent brachte. Und kommenden März bezieht das Unternehmen unweit der Käserei in Bütschwil einen Neubau mit Käsereifungslager samt Affinage, Kühlräumen, Spedition und Büros.

Die Veranstaltung ist von Annina Campell moderiert worden. Als Gastreferent sprach Bernhard Heusler, ehemaliger Präsident des FC Basel, über dynamische Führung, Teamarbeit und Grundlagen für den Erfolg.


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