Trotz Minder: Ausländische Manager bleiben in der Schweiz

Vor der Abstimmung über die Abzocker-Initiative warnten die Gegner davor, dass ein Ja die ausländischen Manager aus der Schweiz vertreiben könnte. Doch diese halten ihren Schweizer Firmen die Treue.
10. November 2013, 02:33
DAVID SCHAFFNER

Die Annahme der Abzocker-Initiative am 23. März 2013 hat nicht dazu geführt, dass ausländische Manager und Verwaltungsräte die Schweiz in Scharen verlassen haben. Ihr Anteil in den Toppositionen von Schweizer Firmen hat seither sogar leicht zugenommen: von 28 auf 29 Prozent. Dies zeigt eine Untersuchung der Orell Füssli Wirtschaftsinformationen im Auftrag der Ostschweiz am Sonntag.

Diese Entwicklung steht im Gegensatz zu Befürchtungen, die Schweizer Politiker sowie der Wirtschaftsverband Economiesuisse während des Abstimmungskampfes geäussert hatten. Die Initiative des Schaffhauser Ständerats und Unternehmers Thomas Minder führe zu einer Überreglementierung und schwäche den Wirtschaftsstandort Schweiz, hiess es damals. Ausländische Firmen wie auch Manager drohten nach einem Ja abzuwandern.

Mitglieder von Geschäftsleitungen und Verwaltungsräten sind von der Minder-Initiative persönlich betroffen, weil diese unter anderen vorschreibt, dass die Aktionäre einer Firma künftig verbindlich über die Löhne abstimmen. Für Personen in Toppositionen bedeutet dies: Die definitive Höhe ihres Lohnes kennen sie jeweils erst nach der Versammlung der Aktionäre und nicht schon bei der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 10. November.


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