Digitaler Knopf ist gedrückt

Die Ostschweizer KMU sind geprägt von Pioniergeist und Innovationskraft. Am 16. Ostschweizer Technologiesymposium steht deren Wettbewerbsfähigkeit im Strukturwandel im Zentrum.
07. Juli 2016, 02:40
STEFAN BORKERT

ST. GALLEN. Roboter helfen im Alltag. Automation ersetzt Arbeitsplätze, und intelligente Maschinen ermöglichen eine immer stärker individualisierte Anpassung an Kundenwünsche und Produktion. Selbstfahrende Lastwagen und Autos sind bereits Realität geworden, mit allem Nutzen und allen Gefahren.

Strukturwandel läuft schon

Für die Hochschulprofessoren Harold Tiemessen von der FHS St. Gallen und Günter Nagel von der NTB hat die vierte industrielle Revolution längst begonnen. Der digitale Knopf ist gedrückt. Das zeigt auch ein Blick um vier Jahre zurück. 2012 war die vierte industrielle Revolution Thema am Ostschweizer Technologiesymposium (OTS). Die Diskussion verlief eher auf einer theoretischen Ebene. Doch manche Firmen, auch aus der Ostschweiz, waren auf den Zug in die digitale Zukunft bereits aufgesprungen. Heute beschäftigt sich das OTS bereits mit der Wettbewerbsfähigkeit der Ostschweizer KMU im neuen Strukturwandel. «Der grosse Strukturwandel in der Schweizer Wirtschaft erfolgt relativ unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit. Während in der Industrie Jobs verlorengehen, werden andernorts Stellen geschaffen», sagt Günter Nagel. In den Bereichen des Gesundheitswesens, bei wissenschaftlichen Dienstleistungen, dem Sozialwesen und der Erziehung entstünden überdurchschnittlich viele neue Jobs.

Durch die fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung mit dem Internet gebe es enorme Veränderungen in der Gesellschaft und der Industrie. Dadurch eröffneten sich für die Industrie grosse Chancen und Möglichkeiten, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit wieder zur erhöhen, ergänzt Harold Tiemessen. Er sieht besonders die Ostschweiz mit ihren Familienunternehmen, die längerfristig denken, gut aufgestellt für die Herausforderungen der vierten industriellen Revolution. Viele Ostschweizer KMU würden sich durch Pioniergeist und Innovationskraft auszeichnen.

Lösungen für weltweite Kunden

Ein Beispiel, wie man nicht als Einzelkämpfer in die Zukunft marschiert, sondern gemeinsam, ist der Produktions- und Technologieverbund Ostschweiz (PTV). Die Mitgliederfirmen seien eigenständige, in der Ostschweiz verwurzelte KMU, die für Kunden aus der ganzen Welt produzieren, erklärt Hanspeter Fink, Präsident des PTV. Er fährt fort: «Als zentral koordinierter Verbund von hochspezialisierten Unternehmen bieten wir individuell auf den Kunden abgestimmte Komplettlösungen jeglicher Art aus einer Hand an. Von der Ideenentwicklung über die Fertigung, Montage bis zur Logistik.»

So war es auch der PTV, der das OTS massgeblich aus der Taufe gehoben hat. Die 16. Veranstaltung vom 26. August kommt in einem neuen Gewand daher. OTS-Projektleiter Urs Heiz sagt: «Mit dem neuen Auftritt haben wir uns zum Ziel gesetzt, das Technologiesymposium als eigenständige Marke über die Grenzen der Region hinaus bekanntzumachen und damit auch die Wahrnehmung des Wirtschaftsstandorts Ostschweiz zu unterstreichen.»

Neben der Ostschweiz seien deshalb auch die Wirtschaftsstandorte Vorarlberg und Baden-Württemberg eingebunden. Ausser Referaten und einer Podiumsdiskussion gibt es am OTS auch eine Tischmesse, an der sich Unternehmen, Hochschulen und Institute präsentieren.


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