Julius-Bär-Chef mit dickerem Portemonnaie

BANKEN ⋅ Boris Collardi, der Chef der Privatbank Julius Bär, hat 2016 etwas besser verdient als im Vorjahr. Sein Gesamtsalär erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um über 300'000 Franken auf 6,5 Millionen Franken.
Aktualisiert: 
20.03.2017, 08:00
20. März 2017, 07:34

Dabei erhöhte sich das Basissalär von 1,44 auf 1,50 Millionen Franken, wie aus dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Der Basislohn wurde im Jahr 2015 laut den Angaben der Bank nach der Aufwertung des Frankens gekürzt, um Kosten zu sparen. Diese Massnahme wurde 2016 wieder rückgängig gemacht.

Damit kam Collardi auf etwas weniger als die Hälfte des Gehalts von UBS-Chef Sergio Ermotti. Der CEO der grössten Schweizer Bank kam für das Geschäftsjahr 2016 auf ein Salär von 13,7 Millionen Franken.

Warten auf Thiam

Mit Spannung wird nun der für diesen Freitag angekündigte Geschäftsbericht der Credit Suisse erwartet. Die Grossbank hatte 2016 mit 2,4 Milliarden Franken Verlust erneut tiefrote Zahlen geschrieben.

Trotz eines noch höheren Verlusts von 2,9 Milliarden Franken hatte CS-Chef Tidjane Thiam 2015 insgesamt 18,9 Millionen Franken eingestrichen. Auf soviel Lohn dürfte der Top-Manager in absehbarer Zeit nicht mehr kommen.

Ein Teil der Vergütung 2015 waren erstens Kompensationszahlungen für entgangene Boni bei seinem vorherigen Arbeitgeber Prudential. Zweitens hat die CS die Vergütungsstruktur angepasst: Für ein ganzes Jahr könnte Thiam demnach ein maximales Gesamtsalär von 15 Millionen Franken beziehen.

Mehr für die Chefetage

Die gesamte Chefetage von Julius Bär kostete die Bank 18,4 Millionen Franken, 0,5 Millionen mehr als 2015. Allerdings umfasste die Geschäftsleitung Ende 2016 sieben Mitglieder, während es vor einem Jahr noch sechs Mitglieder waren.

Die Gesamtvergütung der Mitglieder der Geschäftsleitung, einschliesslich des CEO, besteht aus einem bar ausbezahlten Basissalär, einer variablen bar ausgerichteten Vergütungskomponente sowie einer leistungsbezogenen variablen Komponente in Form von Aktien.

Der Verwaltungsrat erhöhte seine Gesamtvergütung um 11 Prozent auf 3,04 Millionen Franken, wobei dem Gremium aber neun statt acht Personen angehörten. Verwaltungsratspräsident Daniel Sauter kommt 2016 auf eine Vergütung von 1,07 Millionen Franken nach 1,05 Millionen Franken im Vorjahr.

Solide Zahlen

Julius Bär hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den Konzerngewinn auf 622 Millionen Franken vervierfacht. Doch dieser Vergleich ist irreführend. 2015 hatten nämlich Rückstellungen für den US-Steuerstreit den Gewinn deutlich gesenkt.

Diese Rückstellung sowie Restrukturierungskosten und Abschreibungen nicht mitgerechnet erzielte die Bank 2016 einen Konzerngewinn von 705,5 Millionen Franken, womit dieser knapp höher ausfiel als im Vorjahr (2015: 701,5 Millionen Franken). (sda)


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