177 Millionen Verlust für AFG

Die AFG hat ihren Hauptsitz in Arbon. Zoom

Die AFG hat ihren Hauptsitz in Arbon. (Reto Martin)

ARBON ⋅ Die Kosten für Verlagerungen ins Ausland haben den Bauausrüster Arbonia Forster (AFG) 2015 in die roten Zahlen gedrückt. Unter dem Strich fällt ein Verlust von 177,1 Millionen Franken an, nach einem Gewinn von 15,1 Millionen Franken im Vorjahr.

01. März 2016, 10:13
Im Sommer hatte der Verwaltungsrat entschieden, Fertigungskapazitäten der Divisionen Gebäudehülle und Gebäudetechnik in der Schweiz zu reduzieren und ins europäische Ausland zu verlagern. Die Wertberichtigungen auf Goodwill, immaterielle Anlagen und Sachanlagen in den Divisionen Gebäudetechnik und Gebäudehülle sowie der Business Unit Spezialtüren beliefen sich auf 144,8 Millionen Franken, wie AFG am Dienstag mitteilte.

Höhere Verluste
Durch diese einmalig anfallenden Kosten schreibt AFG auf Stufe EBIT einen Betriebsverlust von 158,4 Millionen Franken. Doch auch die Sondereffekte herausgerechnet schmolz der EBIT auf weniger als die Hälfte des Vorjahresgewinns zusammen. Er fiel auf 16,5 Millionen Franken von 36,9 Millionen Franken im Vorjahr. Die Verluste auf Stufe EBIT und Reinergebnis fielen höher aus als von den Analysten erwartet. Das von AFG selbstgesteckte Ziel eines operativen EBITDA ohne Einmaleffekte von über 50 Millionen Franken wurde jedoch erreicht. Der entsprechende Wert betrug 56,7 Millionen Franken nach 79,7 Millionen Franken im Vorjahr.

Verlust bei Division Gebäudehülle
Vor allem in der Division Gebäudehülle lief es alles andere als rund: Die Division fuhr einen Betriebsverlust von 8,0 Millionen Franken ein, nach einem Gewinn von 5,9 Millionen Franken im Vorjahr − und auch hier sind die Sonderkosten noch nicht eingerechnet.

Der anhaltend starke Import− und Preisdruck sowie die neue Währungsrealität belasteten die Profitabilität. Das war auch der Grund, den AFG im Sommer für die Produktionsverlagerungen ins Ausland angegeben hatte. Aber auch in der Division Gebäudesicherheit verdiente AFG spürbar weniger als noch 2014. Der Betriebsgewinn (EBIT) ohne Sondereffekte sank auf 3,5 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte der Gewinn noch 10,2 Millionen Franken betragen.

Auch hier belastete der starke Franken das Ergebnis, wie AFG schreibt. Dazu verschärfte sich der Wettbewerbsdruck im Heimmarkt Schweiz, während die Nachfrage nach Büro− und Gewerbebauten hierzulande abflaute, wie es weiter heisst.

Den grössten Gewinnbeitrag leistete die Division Gebäudetechnik, deren Betriebsgewinn ohne Sondereffekte auf 33,5 Millionen Franken schrumpfte, nach 39,3 Millionen Franken 2014.

Umsatz schrumpft um 7,5 Prozent
Die Schwierigkeiten der Gruppe zeigen sich auch in den Umsatzzahlen. Der Konzernumsatz schrumpfte um 7,5 Prozent auf 941,4 Millionen Franken und fiel damit wieder unter eine Milliarde. Auch wenn der starke Franken sowie Akquisitionseffekte herausgerechnet werden, beträgt das Minus noch 4,4 Prozent.

AFG sei im Jahr 2015 und nach wie vor einem anhaltend starken Import− und Wettbewerbsdruck ausgesetzt gewesen, heisst es in der Mitteilung. Mit den Verlagerungen will das Management das Unternehmen aber bis 2018 wieder auf Kurs bringen. Dafür sieht sich AFG auf gutem Weg.

Die Verlagerungen von Produktionsteilen aus der Schweiz verliefen derzeit nach Plan. Die Kunststoff-Fensterproduktion aus Altstätten wurde bereits Ende Juni 2015 erfolgreich in das Werk Pravenec in der Slowakei transferiert. Bis Ende 2016 soll die Verlagerung der Kunststoff-Fensterproduktion aus Villeneuve dorthin folgen.

Der Verlagerungsprozess der Produktion von Holz− und Holz/Aluminium-Fenster von Altstätten in das Produktionswerk der im vergangenen Sommer übernommenen deutschen Wertbau nach Langenwetzendorf werde voraussichtlich Ende 2017 abgeschlossen sein.

Gezielte Übernahmen
Für 2016 rechnet die Konzernleitung unter Führung von Alexander von Witzleben mit einem Konzernumsatz von rund 970 Millionen Franken. Basis dafür seien ein stagnierender Umsatz und gezielte Übernahmen. Die im zweiten Halbjahr eingeleiteten Massnahmen zeigten erste positive Effekte, wodurch AFG von einem leicht höheren Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) ausgeht. (SDA-ATS/tt/hkl/cz)

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