NZZ Online, 24. Januar 2012 10:40:00
Zeigt her eure Steuern
Romney zahlt viel weniger als seine Rivalen – Konto in der Schweiz 2010 aufgelöst
Mitt Romney macht seine Steuerrechnung doch jetzt schon öffentlich. Es zeigt sich, dass der schwerreiche Präsidentschaftsbewerber viel weniger an den Fiskus zahlt als Obama oder Gingrich. Er hatte bis 2010 auch ein Konto in der Schweiz. Das hat er vorsichtshalber aufgelöst.
(sda/afp)
Nach heftiger Kritik von seinen Rivalen will der republikanische Bewerber um die US-Präsidentschaft, Mitt Romney, seine Steuererklärung für jedermann offenlegen. Dies soll am Dienstag Ortszeit geschehen. Am späten Montagabend hat er einigen Zeitungen einen kurzen Einblick in die Dokumente gegeben.
Wie die «Washington Post» am Dienstag berichtet , stellte der Republikaner Informationen über seine Einkünfte aus den vergangenen beiden Jahren zur Verfügung. Demnach nahm er 2010 insgesamt 21,7 Millionen Dollar ein, bezahlte dafür aber nur 13,9 Prozent Steuern. Im vergangenen Jahr betrug sein Einkommen 20,9 Millionen Dollar – bei erwarteten Steuerabgaben in Höhe von 15,4 Prozent.
Sieben Millionen für mormonische Kirche
Gleichzeitig spendete die Familie Romney laut den Angaben seit 2010 sieben Millionen Dollar für wohltätige Zwecke, vor allem an die Mormonenkirche. Der Multimillionär zahlt damit deutlich weniger Steuern als sein Kontrahent bei den Republikanern, Newt Gingrich, und als der amtierende Präsident Barack Obama.
Konto in der Schweiz als Image-Problem
Aus den Unterlagen geht auch hervor, dass Romney im Jahr 2010 ein Konto in der Schweiz aufgelöst hat. Dies auf Anraten seiner Berater, da das Konto den Republikaner politisch in Verlegenheit hätte bringen können.
Romney war wegen seiner früheren Investmenttätigkeiten in den vergangenen Tagen unter Druck geraten. Seine Rivalen hatten ihm zudem vorgeworfen, sich als Chef der Firma Bain Capital an Firmen bereichert zu haben. Romney argumentiert hingegen, in seiner Funktion Zehntausende von Jobs geschaffen zu haben.
Offenlegung vorgezogen
Romney hatte mit Bezug auf die amtliche Erklärungsfrist in Aussicht gestellt, seine Steuern im April offenzulegen, zog dies aber nun offensichtlich vor. Zuletzt waren im Staat South Carolina Vorwahlen abgehalten worden, die der Ex-Chef des Repräsentantenhauses, Gingrich, klar gewonnen hatte. Damit ist das Rennen um die Präsidentschaftsbewerbung der Republikaner wieder offen.
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