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NZZ am Sonntag, 01. Januar 2012 00:00:00

Romney liegt in Iowa derzeit an der Spitze

Die US-Republikaner beginnen in Iowa mit der Auswahl ihres Präsidentschaftskandidaten. Finanzstarke Bewerber haben in diesem Gliedstaat Vorteile.

Andreas Mink, New York

Am kommenden Dienstag geht es im US-Gliedstaat Iowa los mit den Wahlversammlungen, die darüber entscheiden, welcher Republikaner im November US-Präsident Barack Obama herausfordern wird.

Der dünn besiedelte Staat im oberen Mittelwesten stellt nur 28 der etwa 2300 Delegierten, die auf dem Parteitag der Republikaner in Tampa Ende August ihren Bewerber für die Präsidentschaft küren werden. Aber ein Erfolg in Iowa macht Kandidaten auch für Stimmbürger im übrigen Amerika attraktiv. Daher hat ein halbes Dutzend republikanischer Aspiranten seit dem Frühjahr grosse Mühe auf die Umwerbung der meist älteren, weissen und religiös-konservativen Wähler von Iowa verwandt.

Die Kandidatenkür findet bei Versammlungen in den 1786 Wahlkreisen von Iowa statt. Dabei können sich Bürger noch kurz vorher als Republikaner registrieren, um nach einer Diskussion über die Kandidaten den Namen ihres Favoriten auf ein leeres Blatt Papier zu schreiben. Dies spielt finanzkräftigen Kandidaten mit einer breiten Organisation in die Hand, die Fürsprecher in zahlreiche Wahlversammlungen entsenden und sich flächendeckende TV-Werbung leisten können. Heuer verfügen in Iowa der moderate Mitt Romney und der radikal-konservative Ron Paul über die stärksten Organisationen und die grössten Kriegskassen. Zuletzt haben ihre Attacken im Fernsehen dem ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses Newt Gingrich besonders stark zugesetzt.

Romney hat sich laut Umfragen an die Spitze des Feldes gesetzt. Er liegt aber mit etwa 25 Prozent nur knapp vor Ron Paul, der in Iowa auf ein Heer vorwiegend junger Freiwilliger aus allen Teilen der USA zählen kann. Allerdings hat der Ex-Senator Rick Santorum aus Pennsylvania mit 16 Prozent nun überraschend zu den Spitzenreitern aufgeschlossen. Dies dürfte an seinem unermüdlichen Einsatz in Iowa liegen, der dem konservativen Katholiken auch die Unterstützung evangelikaler Kreise eingetragen hat.

Romney setzt derweil darauf, dass ihm auch in Iowa eine wachsende Zahl von Wählern die besten Chancen gegen Obama zutraut. Je näher die Wahlen rücken, desto wichtiger wird dieses Argument für die Stimmbürger.





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