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NZZ Online, 11. Januar 2012 06:25:00

Mitt Romney weiter auf Siegeskurs

Ron Paul vor Jon Huntsman auf den Ehrenplätzen in New Hampshire

Nach seinem hauchdünnen Sieg in den Caucuses von Iowa hat Mitt Romney die Primary in New Hampshire deutlich für sich entschieden. Er ist damit der Nominierung als Herausforderer von Präsident Obama einen wichtigen Schritt nähergekommen.

Peter Winkler, Concord (New Hampshire)

Der frühere Gouverneur von Massachusetts Mitt Romney hat die erste republikanische Vorwahl an der Urne (Primary) in New Hampshire deutlich gewonnen. Nach Auszählung von 90 Prozent aller Stimmen lag Romney mit 39 Prozent gut 16 Prozent vor dem zweitplacierten, dem texanischen Abgeordneten des Repräsentantenhauses Ron Paul. Der frühere Gouverneur von Utah Jon Huntsman konnte sich erstmals vom Tabellenende lösen und erreichte mit 17 Prozent den dritten Platz. Wie er noch am Abend ankündigte, will Huntsman auf der Basis dieses bescheidenen Erfolgs im Rennen bleiben.

Gingrich und Santorum gleichauf

Ernüchternd fiel das vorläufige Ergebnis für den früheren Speaker des Repräsentantenhauses Newt Gingrich und vor allem für den früheren Senator von Pennsylvania Rick Santorum (je 9 Prozent) aus, der in Iowa ein Glanzresultat eingefahren hatte und sich mit lediglich acht Stimmen Unterschied zu Romney geschlagen geben musste. Allerdings war von vornherein klar, dass der „Granite State“ New Hampshire für diese beiden Kandidaten ein steiniger Boden sein würde: Die republikanische Wählerschaft ist hier in gesellschaftlichen Fragen bedeutend liberaler eingestellt als etwa im Mittleren Westen oder im Süden.

Bilderstrecke: Wahlzirkus der Republikaner

  • Romney zeigt sich gerne mit seiner Grossfamilie (hier mit seinen Enkelkindern). Vor allem die streng religiösen Christen an der Basis lehnen den Mormonen ab.
  • Auch Newt Gingrich, der frühere Präsident des Abgeordnetenhauses, kam lediglich auf 10 Prozent der Stimmen.
  • Während einer Rede in Littleton, New Hampshire.

Die Vorwahl der Republikaner im US-Staat New Hampshire hat Mitt Romney mit 38 Prozent der Stimmen klar für sich entschieden. Das zweitbeste Resultat erreichte Ron Paul, gefolgt von John Huntsman. Die nächste Vorwahl findet Ende Januar in South Carolina statt. Wer für die Republikaner endgültig gegen Barack Obama antritt, wird im August auf dem Parteitag entschieden.

Der Sechste im Bunde der republikanischen Präsidentschaftsbewerber, der texanische Gouverneur Rick Perry, hatte in New Hampshire ausseralb der Fernsehdebatten gar keinen Wahlkampf geführt und landete erwartungsgemäss auf dem letzten Platz.

Video: Romney baut Vorsprung aus

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Siegeschancen im Vordergrund

Laut verschiedenen Wählernachbefragungen war für den Sieg Romneys vor allem die Überzeugung der Wähler verantwortlich, dass er die besten Chancen habe, im nächsten November gegen Präsident Obama zu gewinnen. Genau mit diesem Argument hatte Romney seinen Wahlkampf in New Hampshire hauptsächlich geführt, und als Gegenspieler Obamas gab er sich auch ganz in seiner nächtlichen Siegerrede.

Jene Wähler, die Prinzipientreue als wichtigstes Kriterium in den Vordergrund stellten, stimmten mehrheitlich für den radikal-libertären, isolationistischen Ron Paul. Mit seiner Establishment-Kritik über die Parteigrenze hinweg vermochte Paul als ältester Kandidat im Rennen besonders viele jüngere Wähler auf seine Seite ziehen, wie er das schon in Iowa vorexerziert hatte.

Mitt Romney lässt sich mit Frau Ann, den fünf Söhnen und einer Reihe seiner 15 Enkelkinder feiern. Zoom

Mitt Romney lässt sich mit Frau Ann, den fünf Söhnen und einer Reihe seiner 15 Enkelkinder feiern.
(Bild: Reuters)

Der Süden nun im Fokus

Auch wenn Romneys Sieg im Vergleich zu den Resultaten von Meinungsumfragen vor der Primary etwas bescheidener ausfiel, hat er doch eine ausserordentliche Leistung erbracht. Gemäss den amerikanischen Medien hat es vor ihm noch kein republikanischer Herausforderer in einem Rennen um die Präsidentschaft geschafft, beide Vorwahlen in Iowa und New Hampshire zu gewinnen.

Von Neuengland aus zieht der Vorwahl-Wanderzirkus nun Richtung Süden, wo in diesem Monat noch Primaries in South Carolina (21.1. Januar) und Florida (31. Januar) auf dem Programm stehen. Sollte sich Romney dort auch durchsetzen, wäre seine Siegesaura wohl derart gefestigt, dass eine Nominierung im August als offizieller Kandidat der Repunlikanischen Partei unter normalen Umständen kaum mehr aufzuhalten wäre. Dagegen könnte sich im Süden das Feld jener Kandidaten ausdünnen, die wie Gingrich, Santorum und Perry an die gesellschaftlich konservativen Wähler appellieren.





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