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Tagblatt Online, 25. Januar 2012 09:25:00

Keinen Dollar mehr, als ich muss

WASHINGTON. Mitt Romney hat auf Druck seiner Konkurrenten um die republikanische Präsidentschaftskandidatur in den USA zwei Steuererklärungen veröffentlicht.

THOMAS SPANG

In den vergangenen zehn Jahren hat Mitt Romney nach eigenem Eingeständnis ausschliesslich von seinen Kapitalanlagen und Ersparnissen gelebt. Und das nicht schlecht, wie die am Dienstag publik gemachten Steuerunterlagen des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers zeigen. In den zurückliegenden beiden Jahren kassierte der auf ein Vermögen von 250 Millionen Dollar geschätzte Romney Dividenden, Zinsen und andere Kapitaleinkünfte in Höhe von insgesamt 42 Millionen US-Dollar.

Der ehemalige Chef des Investmenthauses Bain Capital zahlte zusammen rund 6,2 Millionen US-Dollar an den Fiskus. Das entspricht einer Steuerrate von 13,9 Prozent. Während die meisten Amerikaner ihr hart erarbeitetes Geld als Einkommenssteuer mit einem Spitzensatz von 35 Prozent veranlagen müssen, unterliegen die Einnahmen aus Kapitalanlagen einem flachen Steuersatz für Investitionseinkünfte von 15 Prozent.

Konten in der Schweiz

Aus den von Romney veröffentlichten Dokumenten geht auch hervor, wo der Republikaner in den vergangenen beiden Jahren sein Geld angelegt hat. Während seine Standard-Wahlkampfrede mit Angriffen auf Europa gespickt ist, betrachtet er den Alten Kontinent persönlich als lukrativen Anlageort. Demnach unterhielt der Präsidentschaftskandidat Anlagekonten in der Schweiz, Luxemburg und Irland.

Einen anderen Teil seiner Millionen parkte Romney «offshore» auf den Bermudas und den Cayman-Inseln. «Ich zahle alle meine Steuern, die ich nach dem Gesetz zahlen muss, und keinen Dollar mehr», erklärte der Republikaner in der Debatte der Präsidentschaftsbewerber seiner Partei am Vorabend der Veröffentlichung in Tampa. Die Leute könnten sehen, dass seine Steuern «völlig legal und fair» seien. Der Mormone pochte zudem darauf, dass er etwa 7 Millionen Dollar für soziale Zwecke an seine Kirche gespendet habe.

Mindeststeuer für Millionäre

Das Gerangel um Romneys Steuererklärung wirft ein Schlaglicht auf die ungleiche Besteuerung verschiedener Einkommen. Das oberste Prozent der Einkommenspyramide der USA bezieht drei Viertel seiner Einkünfte nicht aus Arbeit, sondern aus Investitionen. Unter Ronald Reagan musste für diese Einkünfte noch der gleiche Steuersatz bezahlt werden wie für Löhne. George W. Bush senkte dann den Satz auf 15 Prozent.

US-Präsident Obama wollte in seiner Rede zur Lage der Nation in der Nacht auf heute eine Mindeststeuer für Millionäre vorschlagen, wie es auch der Milliardär Warren Buffett vorgeschlagen hat.





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