NZZ Online, 19. Oktober 2011 06:27:00
Eklat im Vorwahlkampf der US-Republikaner
Mitt Romney soll illegale Einwanderer beschäftigt haben
Der Vorwahlkampf der Republikaner um die US- Präsidentschaft hat deutlich an Schärfe gewonnen. Besonders der momentan aussichtsreichste Bewerber Mitt Romney ist durch harte Angriffe seiner Kontrahenten unter Druck geraten.
(sda/dpa)
In einer TV-Debatte warf der texanische Gouverneur Rick Perry am Dienstagabend (Ortszeit) in Las Vegas seinem Kontrahenten Mitt Romney vor, rund ein Jahr lang wissentlich illegale Einwanderer beschäftigt und dies abgestritten zu haben. Romney sei ein Scheinheiliger, wenn er sich nun für schärfere Einwanderungsregeln ausspreche.
Vorwürfe nicht neu
Perry bezog sich auf Vorwürfe, die schon im vergangenen Vorwahlkampf vor vier Jahren aufgekommen waren, als sich Romney ebenfalls um die republikanische Kandidatur beworben hatte. Wie damals bestritt der ehemalige Gouverneur von Massachusetts erneut energisch, bewusst Arbeiter ohne Aufenthaltserlaubnis beschäftigt zu haben.
Er räumte lediglich ein, eine Firma zum Rasenmähen auf dem Grundstück seines Hauses beauftragt zu haben, die Illegale mit gefälschten Papieren beschäftigte. Diese seien aber umgehend entlassen worden, als er davon erfahren habe.
Romney kanzelte den Vorwurf als Verzweiflungstat von Perry ab. Dessen Umfragewerte waren in den vergangenen Wochen deutlich gesunken.
Kritik an Mormonen
Erneut erklären musste sich Romney auch wegen seiner religiösen Ausrichtung. Als Mormone stösst er vor allem bei evangelikanischen Wählern auf Misstrauen. Ins Kreuzfeuer seiner Kontrahenten geriet er abermals auch, weil er in Massachusetts eine Gesundheitsreform durchgesetzt hatte, die der von Präsident Barack Obama ähnelt.
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