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NZZ Online, 10. Februar 2012 21:54:00

Beschwörung ultrakonservativer Werte

Santorum und Romney über Gott, Amerika und die Regierung

In Washington haben die republikanischen Präsidentschaftsbewerber Romney und Santorum vor Konservativen um Unterstützung geworben. Beide versuchten, sich gegenseitig als Wahrer wahrer sozialkonservativer Werte zu übertrupfen.

(dpa)

Santorum kam am Freitag nach seinem überraschenden Dreifachsieg bei den republikanischen Vorwahlen mit Rückenwind in die Bundeshauptstadt. Die USA seien auf der Idee begründet, «dass alle Rechte von Gott» stammten, sagte der Ex-Senator vor jubelnden Zuhörern. Bei der Präsidentschaftswahl am 6. November gehe es auch um die Freiheit von Religion und die zunehmende Kontrolle der Menschen durch die Regierung. Diese müsse aufhören.

Santorum versuchte, sich scharf gegen den Favoriten Romney abzugrenzen - allerdings ohne ihn direkt beim Namen zu nennen. Die Republikaner sollten keinen Kompromisskandidaten aussuchen. «Wir werden nicht länger politische Ideen und Prinzipien aufgeben und uns für sie entschuldigen, um im November einen hohlen Sieg zu erringen.»

Viele Sozialkonservative begegnen Romney wegen seiner gemässigten Politik im früheren Amt als Gouverneur von Massachusetts mit Argwohn. Romney versuchte die Zweifel zu zerstreuen, indem er seine konservativen Positionen auflistete: Nein zu Abtreibungen, zu Steuererhöhungen, Schwulenehen und einer «übermächtigen» Regierung, die sich in alles einmische und Privatinitiativen ersticke. «Ich weiss, was Konservativismus ist, denn ich habe Konservativismus gelebt», sagte Romney. Er spielte dabei auf seine Jahre als erfolgreicher Geschäftsmann, eine mehr als 40-jährige Ehe und festen Familienzusammenhalt an.

Mit den Konservativen an seiner Seite, so Romney, werde er es im November erfolgreich mit dem demokratischen Präsidenten Barack Obama aufnehmen, der sich zur Wiederwahl stellt. «Dieser Mann, dessen Unfähigkeit und Versagen so viel unnötigen Schmerz für Amerikaner gebracht hat, wird uns nicht bezüglich unserer Werte belehren», sagte der ehemalige Gouverneur.

Stabile Umfrageresultate

Santorum hatte am Dienstag die Vorwahlen in den US-Staaten Colorado, Minnesota und Missouri für sich entschieden. Romney selbst hat zwei Vorwahlsiege in der Tasche. Er gilt weiter als Favorit, muss aber jetzt doch härter und länger als erwartet um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat kämpfen.

In der Nacht auf Sonntag werden die Ergebnisse der Vorwahl im US-Staat Maine bekanntgegeben. Nach einem von der Webseite realclearpolitics.com ermittelten Durchschnitt mehrerer Umfragen liegt Santorum derzeit auf Platz drei der republikanischen Bewerber, knapp hinter Ex-Parlamentspräsident Newt Gingrich. Mitt Romney führt das Feld souverän mit 34 Prozent an.





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