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NZZ Online, 22. Januar 2012 14:36:00

Aufholjagd in South Carolina

Gingrich gewinnt deutlich vor Romney

Bei der Präsidentschaftsvorwahl der Republikaner in den USA im Staat South Carolina hat Newt Gingrich einen überraschenden Sieg errungen.

(Reuters)

Triumph für Newt Gingrich in South Carolina: Nach einer grandiosen Aufholjagd hat der frühere Präsident des amerikanischen Repräsentantenhauses die Vorwahl der Republikaner in dem konservativen Südstaat für sich entschieden.

Der favorisierte Mitt Romney landete am Samstag abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Dadurch ist das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der «Grand Old Party» wieder offen. Wer am Ende Präsident Barack Obama bei der Wahl am 6. November herausfordern wird, entscheidet sich möglicherweise erst in Monaten statt in Wochen.

Nach Auszählung fast aller Stimmen kam der erz-konservative Gingrich nach Medienberichten auf 40 Prozent der Stimmen. Romney holte 28 Prozent. An dritter Stelle folgte der ehemalige Senator Rick Santorum mit 18 Prozent und an letzter Stelle der Abgeordnete Ron Paul mit 13 Prozent.

Ein Sieg des Ex-Gouverneurs und Multimillionärs Romney in South Carolina hätte nach Einschätzung vieler Beobachter eine Vorentscheidung bedeutet. Bei den drei bislang abgehaltenen Vorwahlen gab es drei verschiedene Gewinner: Santorum trug den Sieg in Iowa davon, Romney in New Hampshire und Gingrich in South Carolina. Ein langer, kräftezehrender Vorwahlkampf bei den Republikanern könnte Obama nutzen, weil die republikanischen Kandidaten nun zunächst viel Zeit und Geld dafür verwenden müssen, einander zu bekämpfen.

Gingrich kam in South Carolina offenbar zugute, dass viele konservative Wähler Romney dessen relativ moderaten Ansichten sowie häufigen Positionswechsel übelnehmen. Der von hoher Arbeitslosigkeit gezeichnete Bundesstaat im Süden der USA ist eine Hochburg der religiösen Rechten. Romney war zuletzt ausserdem massiv unter Druck geraten, weil er eingeräumt hatte, prozentual deutlich weniger Steuern zu zahlen als die meisten Normalverdiener in den USA.

Die nächste Vorwahl wird am 31. Januar in Florida abgehalten. Die Republikaner nominieren ihren Präsidentschaftskandidaten offiziell Ende August auf einem nationalen Parteitag, die eigentliche Präsidentenwahl findet Anfang November statt. In Florida liegt Romney in den Umfragen deutlich in Führung. Ausserdem dürfte in dem grossen Bundesstaat Romneys straffer organisiertes und finanziell besser ausgestattetes Wahlkampfteam im Vorteil sein. Seit 1980 konnte sich jedoch bislang jeder Gewinner der republikanischen Vorwahlen in South Carolina letztendlich die Präsidentschaftskandidatur sichern.





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