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Tagblatt Online, 23. Januar 2012 04:26:00

Showdown im Sonnenstaat

Thomas J. Spang

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(Bild: )

Florida

Vergessen Sie alles, was Sie bisher über die Vorwahlen der Republikaner gehört haben. Den direkten Wählerkontakt in Wohnzimmern und Restaurants von Iowa, das Umwerben der Unabhängigen in New Hampshire und die schmutzige Politik des Südens in South Carolina.

Florida, die nächste Stationim Nominierungs-Zirkus der Republikaner, ist ganz anders.

Erstens handelt es sich um einen großen Flächenstaat. Bei den letzten Primaries 2008 beteiligten sich 1,9 Millionen Republikaner. Das waren mehr als in den drei ersten Bundesstaaten mit Vorwahlen zusammengenommen.

Zweitens erlaubt Florida Briefwahl und vorzeitige Stimmabgabe im Wahllokal. Schätzungsweise 500.000 Stimmen werden vor dem Wahltag am 31.1 abgegeben sein.

Drittens bedeutet hier eine große und gut finanzierte Wahlkampforganisation einen bedeutsamen Vorteil. Sei es um die teuren Fernseh-Werbemärkte zu bedienen oder Wähler zur frühzeitigen Stimmabgabe zu motivieren.

Viertens werden die Delegierten zum Wahlparteitag der Republikaner in Tampa hier nicht proportional vergeben. Der Sieger erhält alle Stimmen. Der zweite geht leer aus.

Und fünftens repräsentiert der Sonnenstaat viel mehr das Gesicht der USA als die blütenweißen Bundesstaaten, die bisher abgestimmt haben.

Vieles von dem erklärt, warum Mitt Romney nach der bitteren Schlappe von South Carolina hier strukturell die beste Chance haben sollte, Newt Gingrich zu stoppen. Auf der anderen Seite kann der ehemalige Speaker hier die gleichen Wutbürger mobilisieren wie in South Carolina.

Florida ist eine Hochburg der Immobilienpleiten, leidet ganz besonders unter dem Verlust an Arbeitsplätzen und ist Heimat einer großen Schar christlicher Fundamentalisten. Der Norden um die Hauptstadt Tallahassee ist kulturell eher wie South Carolina. Der Süden Floridas mit seiner starken kubanischen Minderheit gilt bei den Republikanern als eher moederat. Entscheiden dürfte sich das Rennen in dem Ballungszentrum entlang der Interstate 4 zwischen Orlando und Tampa im Herzen Floridas.

In dem Sonnenstaat wird sich zeigen, was in diesem Jahr stärker wiegt. Geld und Organisation oder Enthusiasmus an der Basis und Energie. Noch führt Romney deutlich in den Umfragen. Doch das dürfte sich nach dem Erdrutschsieg von South Carolina sehr schnell ändern. Er weiß, dass ein Sieg für ihn hier ein Muss ist, wenn er den Wutbürger-Kandidaten stoppen will.





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