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Tagblatt Online, 19. Januar 2012 05:53:00

Romney unter Druck, Newt legt zu

Thomas J. Spang

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(Bild: )

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Mitt Romney gerät von allen Seiten unter Druck. Und sein Vorsprung in South Carolina schrumpft. Genauer gesagt hat er sich gegenüber Verfolger Newt Gingrich halbiert. Die beiden trennt in den letzten Umfragen nur noch zehn Prozent. Was in Primaries nicht viel ist. Anders als bei bundesweiten Wahlkämpfen kann sich die Wählergunst hier rasend schnell ändern. Und im Moment sieht alles danach aus, als der ehemalige Speaker den “Big Mo” genannten Rückenwind hat.

Mitt dagegen findet sich in der Defensive wieder. Er muss bereits den zweiten Tag hintereinander erklären, warum er nur 15 Prozent Steuern auf seine Millioneneinkünfte bezahlt, während die meisten hart arbeitenden Amerikaner deutlich mehr abführen müssen.

ABC News berichtet, Romney habe bis zu acht Millionen Dollar im Steuerparadies der Cayman Islands geparkt. Ganz nebenbei kam ans Tageslicht, dass Romneys ehemalige Firma Bain Capital mindestens 138 geheime Fonds auf der Karibik-Insel angelegt hat. Klar, dass die amerikanische Öffentlichkeit daran interessiert ist, ob er Steuern auf die Einnahmen aus den Off-Shore-Konten bezahlt hat. Romneys Freund und Unterstützer Chris Christie forderte ihn auf, nicht zu lange mit der Veröffentlichung seiner Steuergeheimnisse zu warten.

Als wären dies nicht genug schlechte Nachrichten vor der für heute angesetzten letzten Debatte vor denPrimaries an diesem Samstag, kam zudem heraus, dass Romney in den vergangenen fünf Jahren mindestens vier Millionen Dollar an seine Mormonen-Kirche gespendet hat. Ein Umstand, der im evangelikal-protestantisch geprägten South Carolina mindestens auf Skepsis stößt. Viele betrachten Romneys Kirche hier als Kult.

Schließlich könnte Romney schon sehr bald der acht Stimmen Wahlsieg in Iowa aberkannt werden. Das Ergebnis aus einem Wahllokal war versehentlich statt mit zwei Stimmen für Romney mit 20 gemeldet worden. Nach einer Korrektur hätte Rick Santorum die Nase vorn. Die Korrektur wird frühestens für heute erwartet.

Lachender Dritter im Dauerstreit zwischen Santorum und Romney ist Speaker Gingrich, der düster davor warnt, Romney werde in den verbleibenden Tagen vor den Wahlen jeden schmutzigen Trick anwenden.

Newt wiederholte das Wort “Armageddon” nicht, beschrieb aber genau das. Pech für Gingrich: Seine geschiedene zweite Frau gab ABC ein Interview, in dem sie schmutzige Wäsche wäscht. Es blieb unklar, ob dies am Ende nur eine Fußnote unter eine lange Laufbahn im Kongress sein wird, oder der Beginn einer neuen Runde an Angriffen auf den Konservativen.

South Carolina hält auch in diesem Jahr, was es stets verspricht: “Dirty politics”, wie man hier sagt, in Reinkultur.





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