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Tagblatt Online, 07. Januar 2012 04:57:00

Romney: Sozialstaat in Europa führt zu Armut

Thomas J. Spang

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(Bild: )

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Bevor Mitt Romney seinen Zuhörern in der Tilton Schule italienische Spagetti mit Fleischsoße, Cäsar-Salat und Olivenbrot serviert, stänkerte er gegen die Alte Welt.

Präsident Obama wolle aus den USA etwas machen, das mehr wie ein europäischer Wohlfahrtsstaat aussehe. “Dort besteht die Rolle der Regierung darin, von wenigen zu nehmen und an andere zu geben.”

Für Multimillionär Romney  eine Zumutung, wie er auch in seiner Reaktion auf eine Fragestellerin erkennen lies. Die Frau wollte wissen, ob der republikanische Präsidentschaftskandidat bereit sei, in harten Zeiten, etwas von seinem Reichtum mit anderen zu teilen. “Das Beste, was ich tun kann, ist, neue Jobs zu schaffen,” bügelte er die Frage ab ohne sie wirklich zu beantworten.

Nach Romneys Logik verschärft der Sozialstaat in Europa bloß die Lage der Arbeitslosen und Minderbemittelten.  ”Das einzige was dadurch erreicht wird ist größere Armut.” Wirklich, Herr Romney? Wann waren Sie das letzte Mal in Deutschland, Österreich, Luxemburg oder der Schweiz?

Ich bin mir sicher, das viele Einwohner entlang der verarmten Appalachen, im Rostgürtel Amerikas, aber auch in den Innenstädten der US-Metropolen jederzeit und gerne “europäische Verhältnisse” über sich ergehen ließen.

Vielleicht nicht jemand, der wie Romney zum Spaß Wetten über 10.000 US-Dollar anbietet.

Der Kandidat hat die Europa-Sticheleien zum festen Bestandteil seiner Wahlkampfrede gemacht. “Der richtige Kurs für Amerika ist nicht wie Europa zu werden. Europa funktioniere nicht einmal in Europa.”  Die USA müssten deshalb “zu den Prinzipien zurückkehren, die uns zur Hoffnung der Welt gemacht haben.”

Und da wundert sich noch jemand, das Europa und die USA immer weiter auseinander driften?  Wenn Romney so weitermacht, hätte er nach einem Wahlsieg einiges an Schaden zu reparieren. Um die transatlantischen Beziehungen macht er sich jedenfalls nicht verdient.

Glücklicherweise nehmen die Europäer die Aussagen des Wetterhahns, wie sie wohl gemeint sein dürften. Als Anbiederung an die Rechtspopulisten bei den Vorwahlen, denen er beweisen will, das er Amerika von allen Kandidaten am meisten liebt.





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