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Tagblatt Online, 24. Januar 2012 06:31:00

Panik bei GOP-Führung – Was tun, wenn Romney in Florida verliert?

Thomas J. Spang

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(Bild: )

Bildschirmfoto 2012-01-24 um 12.29.40 AM

Was eigentlich passiert, wenn Mitt Romney nach South Carolina auch Florida verliert? Ein Bundesstaat, der von seiner Zusammensetzung am meisten den USA insgesamt gleicht. Steve Schmidt, der John McCains Wahlkampf organisierte, hat darauf eine Antwort, die alles sagt.

“Es wird Panik und eine Kernschmelze im politischen Establishment geben, die weit über meine Fähigkeit hinausgeht, dafür in der englischen Sprache Worte zu finden. Die Leute werden durchdrehen.”


Wohlgemerkt sind dies nicht die Worte irgendeines “Analysten”, sondern eines Profis, der weiß wovon er spricht, mit Romney sympathisiert und beste Verbindungen in die Führungskader der Republikaner hat. Ebenso wie Tom DeFrank, der einflussreiche Kolumnist der New York Daily News, der ganz ähnliche Dinge zu berichten weiß. “Die Perspektive, das Gingrich die Fackel der Republikaner trägt, ist für die Parteioberen ein Anathema.”

Eine Reihe brandneuer Umfragen erklärt, warum das Establishment der Partei mehr als nervös ist. Demnach drehte Gingrich im Sonnenstaat den Spieß um. Der Kandidat der Wutbürger verwandelte einen Rückstand von 15 Prozent-Punkten auf  Romney in eine komfortable Führung mit acht bzw. neun Prozent.

In nationalen Umfragen lässt sich der gleiche Pro-Gingrich-Trend beobachten. Gallup sieht ihn inzwischen gleichauf mit Romney.

Auf jeden Fall hat auch jemand im Wahlkampfteam des bisherigen Favoriten der Parteiführung auf den Panik-Knopf gedrückt. Zumal Gingrich am Montag weitere fünf Millionen von seinem Casino-Freund aus Las Vegas erhielt.

In der Präsidentschaftsdebatte von Tampa versuchte Romney erstmals persönlich gegen den Speaker in die Offensive zu gehen. Obwohl es an Kraftmeierei und Provokationen nicht fehlte, schaffte es der Patrizier einfach nicht Newt unter die Haut zu gehen. Alles was er ihm vorhielt, von dem fragwürdigen Berater-Vertrag für die Hypothekenriesen Freddie Mac und Fannie Mae über die turbulenten Zeiten als Speaker im US-Kongress bis zum Vorwurf unberechenbar zu sein, stimmt. Nur leider ist Mitt der falsche Botschafter. Er fühlt sich sichtbar unwohl in der Rolle des Angreifers. Weshalb seine Breitseiten nicht verfingen.

Newt dagegen ließ sich kaum aus der Ruhe bringen. Er gab sich alle Mühe wie ein Staatsmann zu wirken. Diese Debatte hat Mitt nicht geholfen. Im Gegenteil sah er selber erneut schwach aus, als er sich zu seinen Steuern erklären musste. “Ich habe alle Steuern bezahlt, die ich legal entrichten mussen. Keinen Cent mehr”, meinte der auf 250 Millionen Dollar schwer geschätzte Millionär zu seinen Unterlagen für das zurückliegende Jahr, die er heute (Di) veröffentlichen will.

Während der insgesamt eher müden Debatte, die auch beim Publikum wenig Begeisterung auslöste, trat der Schauspieler und ehemalige Präsidentschaftsbewerber Fred Thompson vor die Kameras des GOP-Haussenders FOX und erklärte seine Unterstützung für Gingrich. Dieser trifft mit seiner populistischen anti-elitären Rhetorik ganz die Befindlichkeit der Parteibasis aus Tea-Party-Anhängern und christlichen Fundamentalisten.

Die Wutwähler wollen sich von den Country-Club-Republikanern nicht noch einmal bestimmen lassen, wer ihr Kandidat ist. Daher die offene Rebellion gegen Romney.

Sollte der GAU einer Romney-Niederlage am 31.1. eintreten, wird schon darüber spekuliert, ob das Establishment einen Bewerber aus dem Hut zieht, der Gingrich stoppen kann. Immer wieder fällt der Name Jeb Bush. Seines Zeichens ehemaliger Gouverneur von Florida. Das Chaos bei den Republikanern wäre perfekt.

 





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